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Die beliebteste Spielerin der Tour wird 30

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08.03.2020|11:30 Uhr|von Fabian Buß
Die beliebteste Spielerin der Tour wird 30

27 Turniersiege, davon zwei Grand-Slam-Titel in Wimbledon: Petra Kvitova, die am 8. März ihren 30. Geburtstag feiert, hat jetzt schon das erreicht, wovon viele Spielerinnen ihre ganze Karriere lang träumen. Einen großen Wunsch hat sich die beliebte Tschechin allerdings noch nicht erfüllt: Einmal die Nummer eins der Welt sein!

Beliebt bei Fans und Konkurrentinnen

Linkshänderin aus Tschechien mit großem Herz: Mit diesen Worten beschreibt sich Petra Kvitova auf ihren offiziellen Instagram-Account. Eine Einschätzung, die nicht nur ihre Fans weltweit, sondern auch ihre Konkurrentinnen teilen. Aufgrund ihres sympathischen und fairen Auftretens auf sowie neben dem Platz wurde sie von ihren Kolleginnen bereits achtmal zur beliebtesten Spielerin auf der WTA-Tour gewählt und mit dem Karen-Krantzcke-Award ausgezeichnet. Zuletzt sogar sieben Mal in Folge, das hat noch keine andere Athletin geschafft!

Viermal kratze sie am Tennisthron

Nicht nur ihr Kampfgeist ist beeindruckend, sondern auch ihre sportlichen Zahlen: 27 Turniersiege auf der WTA-Tour, davon zwei Grand-Slam-Titel - das sind Werte, die abgesehen von den Williams-Schwestern und Rückkehrerin Kim Clijsters, nur wenige Spielerinnen aufweisen kann. Mehrfach im Laufe ihrer Karriere war die Linkshänderin aus der tschechischen Kleinstadt Bílovec kurz davor, den Tennisthron zu besteigen. 2011, 2012, 2015 und 2019 stand sie zwischenzeitlich auf Platz zwei der Rangliste, doch immer war eine Konkurrentin besser.

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Always a battle, always a pleasure and always respect @ashbarty 🤗❤️ #qatartennis

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Traumjahr 2011

Kvitovas Karriere auf der Profi-Tour verlief zunächst nur eine Richtung: Steil nach oben. Nach ihrem Debüt im Jahr 2006 lernte sie schnell dazu und steigerte sich von Jahr zu Jahr. 2007 war sie bereits die Nummer 150, 2010 gehörte sie schon den besten 30 Spielerinnen der Welt. Ihr endgültiger Durchbruch in die Weltspitze gelang ihr 2011. Erst gewann sie das Turnier in Madrid durch einen Endspielsieg gegen Victoria Azarenka und zog damit erstmals in die Top 10 ein. Wenige Wochen später gelang ihr der größte Coup ihrer Karriere:  In Wimbledon spielte sie sich ins Finale und sicherte sich dort mit einem Sieg gegen die frühere Titelträgerin Maria Sharapova ihren ersten Grand-Slam-Titel. Ende Oktober kletterte sie erstmals auf Platz zwei der Weltrangliste, doch an Caroline Wozniacki kam sie nicht vorbei.

Alptraum des deutschen Fed-Cup-Teams

Ihr Lieblingswettbewerb ist eindeutig der Fed-Cup. Zwischen 2011 und 2018 konnte sie mit der tschechischen Mannschaft sechsmal den Titel erringen. 2014 im Finale gegen Deutschland war sie es, die ihrem Team mit zwei Einzelsiegen gegen Angelique Kerber und Andrea Petkovic den Weg zum Titel ebnete und den deutschen Titeltraum zerstörte. Nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Leistungen für das Nationalteam genießt "Miss Fed Cup", wie sie von der Presse liebevoll genannt wird, in ihrem Heimatland einen Heldenstatus, wie ihn sonst nur Fußballer und Eishockeyspieler erleben dürfen.

Schwer verletzt durch brutale Messerattacke

Es gab jedoch nicht nur glückliche Momente in ihrer Karriere. Im Dezember 2016 wurde die zweimalige Wimbledon-Siegerin in ihrer eigenen Wohnung brutal überfallen. Ein Mann hatte sich als Klempner ausgegeben und die Tschechin mit einem Messer attackiert. Dabei wurde sie schwer an der linken Schlaghand verletzt. Kvitova musste danach monatelang um die Fortsetzung ihrer Karriere bangen, denn von der Messerattacke waren die Sehnen und Nerven an allen fünf Fingern betroffen.

„Ich bin auf jeden Fall wieder zurück“

Ihre Ärzte hatten große Zweifel, ob sie jemals wieder auf Profiniveau spielen kann. Doch die "Kämpferin mit Herz" zeigte es allen Zweiflern und bereits ein halbes Jahr später kehrte sie auf die WTA-Tour zurück. Im Januar 2019 erreichte sie das Finale bei den Australian Open,  das sie nach einem dramatischen Spielverlauf knapp gegen Naomi Osaka verlor. Sie war trotzdem die gefühlte Siegerin des Turniers, denn dieser Finaleinzug war ihr fulminantes Comeback  in der Weltspitze. "Ich bin auf jeden Fall wieder zurück", sagte sie und richtete damit eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Körperlich sind die Wunden verheilt, seelisch aber noch nicht, wie sie selber zugibt. Sie vertraue fremden Leuten nicht mehr, vor allem Männern, sagte sie in einem Interview mit dem englischen "Guardian". Dennoch zieht sie auch positive Aspekte aus dieser Geschichte, denn sie habe viel über sich selber gelernt: "Ich wusste, dass ich auf dem Platz eine Kämpferin bin. Ich wusste nicht, dass ich das auch neben dem Platz bin."

Nächsten Ziele: French Open, Wimbledon und Olympia?

Es könnte ein goldener Sommer 2020 für sie werden. Die sportliche Form gibt Anlass zur Hoffnung. Zuletzt spielte sie stark in Doha und zog dort ins Finale ein. Bei den Australian Open kam sie bis ins Viertelfinale. Ein großer Vorteil ist, dass sie auf allen Belägen gut zurecht kommt und sowohl auf Sand, Hartplatz als auch Rasen schon große Turniere gewinnen konnte.

In Paris gehört sie zu den Mitfavoritinnen, in Wimbledon nach ihren beiden Siegen (2011 und 2014) natürlich auch. Und dann gibt es ja noch die Olympischen Spiele in Tokio, wo die Tschechinnen gleich mehrere Hochkaräter ins Rennen schicken können. Gemeinsam mit Karolina Pliskova und Barbora Strycova wäre ein schlagkräftiges Doppel denkbar. Sollte sie bei den großen Turnieren weiter konstant punkten, darf sie auch noch einmal auf den Tennisthron schielen. Dann könnte ihr großer Wunsch von der Nummer eins der Welt doch noch in Erfüllung gehen.

(Bild © imago images / Xinhua)

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Fabian Buß
am 08.03.2020 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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