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Der Erfolgs-Coach feiert Geburtstag

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19.03.2020|15:00 Uhr|von Christian Schwell
Der Erfolgs-Coach feiert Geburtstag

Wenn es um Roger Federer und den Begriff des Super-Coachs geht, wird den meisten höchstwahrscheinlich zuerst Stefan Edberg einfallen, der den Schweizer von Ende 2013 bis Ende 2015 betreute. Allerdings: Obwohl Federers Spiel in der Zusammenarbeit mit dem schwedischen Ex-Weltklassespieler wieder aggressiver und auch erfolgreicher wurde, blieb den beiden in ihrer gemeinsamen Periode das große Ziel "Grand-Slam-Sieg" verwehrt.

Mit Ljubicic zurück in die Erfolgsspur

Zurück zu Triumphen in Melbourne (2017, 2018) und Wimbledon (2017) und auch noch einmal an die Spitze der Weltrangliste hat den Maestro dagegen Edbergs direkter Nachfolger im Tema Federer gebracht, der ebenfalls eine Vergangenheit als Spitzenspieler hat, allerdings im Gegensatz zu Edberg keine eigenen Grand-Slam-Erfolge vorweisen kann.

Der Kroate Ivan Ljubicic, der am 19. März 2020 seinen 41. Geburtstag feiert, startete seine Trainingsarbeit mit Federer eigentlich unter widrigen Bedingungen, denn wenige Wochen nach dem Beginn der Zusammenarbeit Anfang 2016 kam es bei Federer zu bis dato ungesehenen massiven Verletzungsproblemen, die ihn letztendlich zwangen, nach Wimbledon die Saison 2016 vorzeitig zu beenden. Im Nachhinein betrachtet war aber vielleicht gerade diese lange Wettkampfpause, die eine sehr intensive Vorbereitung auf die Saison 2017 mit seinem Team inklusive "Neuzugang" Ljubicic ermöglichte, genau der Grundstein für die ungemein erfolgreiche Rückkehr Federers. 

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Vom Weggefährten und Konkurrenten zum Team-Mitglied

Ljubicic reiht sich bei Federer in eine Liste von Trainern ein, die vor oder zusätzlich zu Dauer-Coach Severin Lüthi eigene Erfahrungen als Spieler der (erweiterten) Weltklasse in die gemeinsame Arbeit einbringen konnten. Das galt nicht nur für Edberg, sondern auch für Peter Lundgren (2000-2003), Tony Roche (2005-2007), Jose Higueras (2008) und Paul Annacone (2010-2013). Neu hinzugekommen ist allerdings beim Kroaten mit der markanten Glatze, dass er nicht nur selbst Profi war, sondern auch ein sportlicher Weggefährte seines jetzigen Schützlings. 

Der heute 38-jährige Federer spielte zwischen 2000 und 2016  ganze 16 Mal gegen den seit heute 44-jährigen 1,93m-Hünen mit dem starken Aufschlag und der einhändigen Rückhand. Meist mit Erfolg, aber immerhin dreimal hieß der Sieger auf Sand, Hartplatz und Teppich Ivan Ljubicic. Der kann seine eigenen Spielstärke gut immer noch in die gemeinsame Trainingsarbeit einbringen und kennt - zu Beginn ihrer Zusammenarbeit noch verstärkt - auch noch diverse Kontrahenten Federers aus dem eigenen Erleben als Gegner auf dem Platz.     

Davis-Cup-Held und Masters-Sieger

Ljubicic, den es mit bosnischer Herkunft in den Wirrungen des jugoslawischen Bürgerkriegs 1992 nach Kroatien verschlagen hat und der dann später als Junior in Italien trainierte, hat als Profi selbst zehn Turniere gewonnen, darunter 2010 das Masters in Indian Wells. Seine dauerhaft beste Phase hatte er in den Jahren 2005 und 2006, als er fünf Turniere gewann und acht weitere Endspiele erreichte. Leistungen, die ihn bis auf Platz drei der Weltrangliste führten.

Im Jahr 2005 hat er auch zusammen mit dem kroatischen Team den Davis Cup gewonnen, holte im Endspiel gegen die Slowakei einen Punkt im Einzel und einen im Doppel an der Seite von Mario Ancic. Besonders gefeiert wurde er aber damals für seine Leistungen in der ersten Runde beim Auswärtsspiel in Carson (Kalifornien) gegen die USA. Frenetisch angefeuert von einer großen Fan-Gruppe von an die Westküste Amerikas ausgewanderten Kroaten, gelang ihm das Kunststück, sowohl Andre Agassi als auch Andy Roddick im Einzel zu besiegen und dazu auch noch zusammen mit Ancic gegen die Bryan-Brothers im Doppel erfolgreich zu sein. Kroatien siegte mit 3:2, der Grundstein für den späteren Titelgewinn war gelegt. 

 
Erfolge mit Raonic und höchste Töne über Federer

Als Coach konnte Ljubicic bevor er ins Team Federer kam auch schon mit Milos Raonic Erfolge feiern. Den Kanadier führte er 2014 bis in die Top 10, Raonic erreichte im Laufe der Zusammenarbeit unter anderem die Endspiele beim Masters in Toronto und Paris, das Halbfinale in Wimbledon und das Viertelfinale der French Open.  

Über seine Zusammenarbeit mit Federer spricht Ljubicic öffentlich selten, zuletzt aber in einem Gespräch mit dem Schweizer Tagesanzeiger in den höchsten Tönen. "Er ist meine erste, zweite und dritte Priorität. Ich stehe ihm 52 Wochen im Jahr zur Verfügung, und das wird so bleiben, solange er weiterspielen will", wird der Kroate dort zitiert und bezeichnet die Arbeit mit Federer als "größtes Privileg" seiner Tenniskarriere. Ljubicic scheint bereit und gewappnet zu sein, mit Federer nochmal nach einer längeren Pause anzugreifen. Sehr gut möglich, dass das Geburtstagskind und Federer dessen Profi-Weg gemeinsam bis zum Ende bestreiten werden.  

(Bild: (c) imago images / Hasenkopf)               

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Christian Schwell
am 19.03.2020 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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