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"Behind the Racquet" blickt in die Seele der Tennisprofis

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12.05.2020|13:00 Uhr|von Henrike Maas
"Behind the Racquet" blickt in die Seele der Tennisprofis

"Meine größte Sorge ist, die Menschen, die mir am meisten bedeuten - meine Freunde und meine Familie - zu enttäuschen. Schon von klein auf war mir sehr bewusst, wie viele Leben ich beeinflusse. Wie viele Menschen [für mich] Zeit, Energie und Geld opfern mussten. Der Gedanke, dass es sich vielleicht nicht lohnt, oder dass es vielleicht keine Möglichkeit gibt, ihnen das zurückzuzahlen, verfolgt mich manchmal. Es ist das, was mich auf's nächste Level heben oder brechen wird. Aber wenn man die Welt verändern will, kann man das nicht zulassen und ich werde es nicht zulassen."

Diese Zeilen stehen unter dem ersten Instagram-Post der Plattform "Behind the Racquet" (BTR). Sie stammen von Noah Rubin, einem US-amerikanischen ATP-Profi und Gründer von BTR. Es sind Worte, die tief blicken lassen, in die Seele des inzwischen 24-Jährigen. Sie blicken hinter die Fassade - hinter den Tennisschläger - des Spielers Noah Rubin und genau so ist es gewollt.

Ein Blick auf den Mensch hinter dem Tennisprofi

Denn als Rubin Ende Januar 2019 "Behind the Racquet" quasi über Nacht gründete, wollte er genau das erreichen. Tennisspielern eine Möglichkeit geben, sich der Welt auf eine ganz persönliche Art zu zeigen. Sie sollten die Gelegenheit bekommen, ihre ganz privaten Geschichten zu erzählen und zu zeigen, dass ein Tennisprofi mehr ist, als das, was man auf dem Platz sieht oder nach einem Match in der Pressekonferenz hört.

Seitdem haben bekannte Stars wie Daniil Medvedev, US-Open-Siegerin Bianca Andreescu, Madison Keys, Dustin Brown, Coco Gauff, Petra Kvitova oder Jan-Lennard Struff gegenüber BTR von ihren schönen wie schweren Erlebnissen und Schlüsselmomenten berichtet. Aber auch weniger bekannte Spielerinnen und Spieler kommen zu Wort, mit manchmal noch eindrücklicheren Geschichten. Personen wie Marco Trungellitti, einem argentinischen Tennisprofi, der mit seinen Aussagen dazu beitrug, dass einige seiner Landsleute wegen Wettbetrug gesperrt wurden und der seitdem vielen als Verräter gilt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

“It took the TIU (Tennis Integrity Unit) longer than they should have to announce. It seems that the pressure built to a point that they couldn’t ignore it. It was not a good situation and set a bad example for players who wanted to report anything. It was truly sad to see that a controversial ball mark posted on Twitter got way more attention than the serious problem we have in tennis. Players and coaches are throwing matches and gambling on tennis, and I tried to do my part to stop it. As players we know the difference when another player is tanking because of an off day or because they are a part of something much worse. This kind of tanking will ruin the sport and is awful for young kids to see. The worst part about this is I was not as supported as I thought I would be, getting called a snitch by multiple people. I was receiving hate from people in Argentina, Latin America and other regions. It picked up steam when a member of the ATP player’s council announced on Twitter that I was putting blame on others to protect myself. How does the ATP allow this to take place without any consequences. When I go back to Argentina it is still not a great situation for me. Families of people who got banned are blaming me, but in reality it is not my fault but theirs. It is sadly the mentality of Argentina, gambling is just a part of the culture. I was receiving messages that this was a career suicide decision. It may have been but I would kill my career several hundred times, before willingly being a part of a corrupt system. It seems as if the top players are playing in a different league, where corruption and financial problems rarely touch them. I feel separated from them and I know other players are with me. Even at the better challengers, and even 250’s, we are not treated how we should be. I am not sure if the people at the top understand this. Corruption exists here for this reason and it all needs to change.”

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Inspiration durch "Humans of New York"

Die Inspiration für "Behind the Racquet" bekam Noah Rubin vom Instagram-Profil "Humans of New York". Der Social Media-Kanal berichtet aus dem Leben normaler New Yorker und gibt so einen Einblick in das wahre Leben der Stadt. "Mir dämmerte es, das ist etwas, was wir im Tennis brauchen. Wir brauchen Fans, die sich mit den Spielerin identifizieren können, aber wir brauchen auch eine Plattform, auf der Spieler ihre Geschichten teilen können", berichtet Rubin auf TennisChannel, wie es zu der Gründung kam. Dabei war sich die momentane 225 der Welt gar nicht sicher, ob seine Idee überhaupt angenommen würde. Denn Rubin, der alle Interviews für die Posts selber führt, war klar, dass er Menschen teilweise ziemlich unangenehme Fragen stellen muss, um an die wirklich persönlichen Berichte ranzukommen.

Deswegen ist es dem US-Amerikaner auch so wichtig, dass die Personen, die auf BTR erscheinen, immer das letzte Wort haben. Erst wenn sie den Post freigeben, wird er auch auf der Plattform veröffentlicht. Alle Texte werden zudem von einem Foto begleitet, dass ganz dem Namen des Kanals entsprechend, die Person hinter ihrem Schläger zeigt. "Ich wollte den Schläger vor dem Gesicht. Man weiß, wer die Person ist, man kann es sehen, aber trotzdem ist da auch etwas, was man nicht sieht. Es gibt eine Barriere. Ich wollte diese Metapher", erklärt Noah Rubin das Markenzeichen seiner Plattform.

Weiterentwicklung von "Behind the Racquet"

Die Idee von Rubin kommt an. Man sieht es nicht nur an den Personen, die bereit waren, sich dem 24-Jährigen zu öffnen, sondern auch daran, dass viele in der Tenniswelt BTR inzwischen kennen und schätzen. Wird die Plattform ja auch stetig weiterentwickelt. Inzwischen gibt es auch Posts von Legenden des Sports und Prominenten aus anderen Bereichen, die ihre Tennisstorys teilen möchten, aber auch die Geschichten von ganz normalen Tennis-Enthusiasten. Damit erreicht "Behind the Racquet" auch eines seiner Ziele, die Tenniscommunity ein Stück dichter zusammenzurücken.

(Bild © Instagram / Behind the Racquet)

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Henrike Maas
am 12.05.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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