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Andy Murray wird 33: Grummeliger Nationalheld

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15.05.2020|13:00 Uhr|von Henrike Maas
Andy Murray wird 33: Grummeliger Nationalheld

Das Herrentennis erlebt derzeit eine wirklich goldene Ära. Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic dominieren mit ihrem außergewöhnlichen Können seit Jahren den Sport. Was weltweit die Herzen der Tennisfans höher schlagen lässt, ist er für die meisten anderen Spieler der Tour ein eher undankbarer Umstand. Regelmäßig müssen sie sich der Dominanz der "Big 3" beugen, wenn sie zu einer anderen Zeit vielleicht selber das Geschehen hätten bestimmen können.

In einer Reihe mit Federer, Nadal und Djokovic

Was bei der Erwähnung von den "großen Drei" aber immer wieder vergessen wird: dieser illustre Kreis war eine ganze Weile eine Gruppe von Vier. Will man von den wirklich großen Spielern der letzten 15 Jahre sprechen, darf man neben Federer, Nadal und Djokovic einen Andy Murray nicht außer Acht lassen. Denn der Schotte, der heute seinen 33. Geburtstag feiert, hat es in einer Ära der Dominanz von drei Ausnahmeathleten geschafft, ihnen mit seinem Können ein Stück vom Kuchen abzunehmen.

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Hit some forehands and backhands for the first time in 7 weeks today... it didn’t end well... #neighboursgarden #castore #amc #tennis #shank

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Sicher, Kritiker werden nun sagen, dass Murray hinsichtlich seiner gesamten Einzeltitel (46) aber vor allem bezogen auf die Grand Slam-Triumphe (3) zu weit hinter den anderen zurücksteht, um mit in den Kreis gerechnet werden zu können. Und klar, zieht man den Vergleich mit Federer (103 Einzeltitel insgesamt, davon 20 Grand Slams), Nadal (85 Einzeltitel, 19 Grand Slams) und Djokovic (79 Einzeltitel, 17 Grand Slams) hat er weniger erreicht. Aber diese reine Betrachtung der Zahlen würde völlig verkennen, was Andy Murray sonst noch erreicht hat und vor allem, welche Bedeutung seine Karriere für das Tennis hat. 

Wimbledon-Siege und Olympia

So ist Murray der einzige Spieler außerhalb des Trios Federer, Nadal und Djokovic, der es seit 2004 an die Spitze der Weltrangliste geschafft hat. Das war 2016 als der 33-Jährige in seiner bisher besten Saison für 41 Wochen die Nummer 1 war. Es war das Jahr, in dem er seinen zweiten Wimbledon-Titel holte, bei den ATP Finals triumphierte und bei den Olympischen Spielen erneut die Goldmedaille im Einzel gewann. Es war das Jahr, in dem er 13 Finals erreichte und davon neun für sich entschied und bewies, dass es da noch jemanden gibt, der dominieren kann. 

Der sportlich größte Moment kam für Murray natürlich drei Jahre zuvor, als er 2013 seinen ersten Wimbledon-Titel gewann. Damals erlöste er das heimische Publikum von einer 77 Jahre währenden Durststrecke, in der es keinen britischen Sieger bei den Herren gab. Der letzte Brite, der zu diesem Zeitpunkt "The Championships" gewonnen hatte, war 1936 Fred Perry gewesen. Wer sich heute Videos des Triumphs ansieht und die frenetische Begeisterung der Zuschauer spürt, versteht was Murray mit seinem Erfolg nicht nur sportlich geleistet hat. Vor allem aber befreite er sich damit endgültig von dem Stigma, unter Druck einzubrechen und in großen Momenten seine Leistung nicht abrufen zu können.  

Grummeliger Held mit einer eigenen Meinung

Doch wenn Andy Murray wirklich etwas von den anderen der großen Vier absetzt, dann ist das vor allem seine Art. Oft etwas grummelig unterwegs, spricht der 33-Jährige seine Meinung sehr deutlich aus und macht auch vor messerscharfen und ziemlich trockenen Kommentaren keinen Halt. Ein großes Thema bei Murray: die Anerkennung der Leistung von Frauen. So heuerte Murray als einer der wenige männlichen Spieler mit Amelie Mauresmo einen weiblichen Trainer an. Bis heute muss der Schotte immer wieder gegen Stimmen anreden, die Mauresmos Leistung in Misskredit bringen wollen, weil er unter ihrer Führung keinen großen Titel gewann. Ebenso legendär die Szene, in der er einem US-Reporter in Wimbledon noch einmal ziemlich trocken ins Gedächtnis rief, dass Serena und Venus Williams und ihre unfassbaren Erfolge existieren.

Aber genau das ist Andy Murray. Immer ein wenig Rotzlöffel, aber eben auch immer ehrlich und vor allem ein harter Arbeiter. In diesem Sinne: Happy Birthday Sir Andy!

(Bild © imago / Cordon Press / Miguelez Sports)

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Henrike Maas
am 15.05.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst sp├Ąter entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausr├╝stung etwas detailverliebt, kann man mit ihr ├╝ber alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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