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An ihr bissen sich die Stars jahrelang die Zähne aus

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01.06.2020|10:00 Uhr|von Fabian Buß
An ihr bissen sich die Stars jahrelang die Zähne aus

Mit einer Körpergröße von 1,67 Metern gehörte Justine Henin zu kleineren Spielerinnen auf der Tour. Nimmt man jedoch ihre Erfolge als Maßstab, zählt die zierliche Belgierin zu den "größten" Spielerinnen der Tennisgeschichte. Heute feiert die ehemalige Nummer eins der Welt ihren 38. Geburtstag.

McEnroe: "Schönster Schlag, den es im Tennis überhaupt gibt“

Die Liste ihrer Erfolge ist lang: Sie gewann 43 Turniere (darunter sieben Grand Slams), holte Gold bei Olympia und führte mehr als 100 Wochen die Weltrangliste an. Die gebürtige Wallonin spielte jedoch nicht nur erfolgreich, sondern auch außergewöhnlich schön. Ihr Paradeschlag war die einhändige Rückhand, mit der sie alle Technikliebhaber verzückte. Auch John McEnroe war begeistert und sprach vom "schönsten Schlag, den es im Tennis überhaupt gibt“.

Obwohl sie in den meisten Matches körperlich deutlich unterlegen war, bissen sich viele Topstars die Zähne an ihr aus. Beispiel Serena Williams: Die 23-fache Grand-Slam-Siegerin konnte zwischen 2003 und 2007 nur zwei von sieben Duellen gegen die flinke Belgierin gewinnen. Die aufschlaggewaltige Lindsey Davenport verlor in dieser Zeit sogar alle sieben Begegnungen, während Maria Scharapova nur zwei von acht Partien gegen die Kämpferin aus Lüttich für sich entscheiden konnte.

Goldene belgische Generation

Besonders intensiv war die Rivalität mit einer Landsfrau. Anfang des Jahrtausends verfügte Belgien mit Justine Henin und Kim Clijsters über zwei Weltklassespielerinnen, die viele Titel unter sich aus machten. Insgesamt 25 Mal trafen beide aufeinander, davon acht Mal bei einem Grand-Slam. Aufällig ist, dass die knapp ein Jahr ältere Henin vor allem in den "großen" Endspielen die Überhand behielt. So triumphierte Henin 2003 beispielsweise im Finale der French Open und US Open, 2004 bei den Australian Open. Cjlisters führt jedoch den direkten Vergleich (13:12) an.

Die beiden Ausnahmespielerin der goldenen belgischen Generation waren aber nicht nur Rivalinnen, sondern auch Teamkolleginnen. 2001 holten die beiden gemeinsam den Fed-Cup (Sieg gegen Russland). Sportgeschichte schrieb Henin auch bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, als sie im Finale die Französin Amelie Mauresmo bezwang und als erste belgische Tennisspielerin Gold für ihr Land gewann.

Rücktritt auf dem sportlichen Höhepunkt

Henin und Clijsters waren sich zwar privat nicht immer einig, doch in einem Punkt stimmten sie überein: Beide entschieden sich bereits in jungen Jahren, ihre Karriere zu beenden. Justine Henin sorgte im Mai 2008 sogar für ein Novum: Sie trat als bislang einzige Spielerin als aktuelle Nummer eins der Weltrangliste zurück. Sie habe auf dem Tennisplatz nicht mehr die Emotion verspürt, die sie ihre Karriere über Jahre hinweg angetrieben hätten, erklärte die damals 25-Jährige ihre für viele Experten überraschende Entscheidung.

Drei Jahre später folgte der Sinneswandel und Henin wagte - wie ihre Landsfrau Clijsters - ein Comeback. Mit Erfolg: Die damals 27-Jährige spielte sofort wieder um die großen Titel mit. In Brisbane (Finalniederlage gegen Clijsters) und Melbourne (Finalniederlage gegen Serena Williams) musste sie jedoch jeweils im Finale knapp in drei Sätzen geschlagen geben. 2010 konnte sie sich aber in Stuttgart und s-Hertogenbosch den Titel sichern.

Ihr Ellenbogen zwingt sie zum erneuten Rücktritt

Tragisch wurde es in Wimbledon: Dort unterlag sie Clijsters im Achtelfinale in drei Sätzen und verletzte sich am Ellenbogen. Sie musste anschließend die Saison vorzeitig beenden. Amfang 2011 kehrte sie auf die Tour zurück und schaffte es noch einmal in die dritte Runde der Australian Open, doch nach dem Turnier zog sich die damals 29-Jährige wegen anhaltender Probleme mit ihrem Ellenbogen endgültig vom Profitennis zurück.

Nach ihrer Karriere widmete sich die siebenfache Grand-Slam-Siegerin ihrer Familie. Mittlerweile ist sie zweifache Mutter. Nach der Geburt von Töchterchen Laila kehrte sie 2017 auf die Tour zurück, um Elina Svitolina zu als Trainerin zu betreuen. Die Zusammenarbeit hielt aber nur kurz, da Henin ihrer Familie wieder den Vorzug gab. 

(Bild © imago images / Belga)

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Fabian Buß
am 01.06.2020 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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