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Als "Guga" in Paris Geschichte schrieb

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08.06.2020|14:30 Uhr|von Maximilian Bohne
Als "Guga" in Paris Geschichte schrieb

Im Juni 1997 drehte Gustavo Kuerten die Tennis-Welt auf links. Fünsatz-Thriller reihte sich an Fünfsatzthriller und die Favoriten fielen, wo der Brasilianer über den Platz fegte. Als Weltranglisten-66. krönte sich „Guga“ schließlich mit gerade einmal 20 Jahren zum Sandplatz-Champion.
 
„Gugas“ Durchbruch in Paris
 
Wir schreiben das Jahr 1997. Gustavo Kuerten ist ein schmächtiger Bursche mit gelocktem Haar, der auf der Junioren-Tour einige ordentliche Ergebnisse erzielt hat. Auf der Profi-Tour läuft es aber irgendwie noch nicht ganz so wie geplant. Trotz überdurchschnittlichen Talents stehen für den bald 21-Jährigen noch keine nennenswerten Erfolge zu Buche, erst vor ein paar Monaten schaffte er überhaupt den Sprung in die Top 100. Doch dann beginnt Roland Garros.


 
In den ersten Runden fällt „Guga“, wie der Brasilianer gerufen wird, vor allem durch sein Gelb-Blaues „Kanarienvogel“-Ouftit auf. In der dritten Runde trifft er auf den damaligen „Sandplatzkönig“ Thomas Muster. Nach verlorenem ersten Satz rüttelt Kuerten den haushohen Favoriten auf und gewinnt die folgenden zwei Durchgänge – auf einmal liegt die Sensation in der Luft. Der Österreicher zwingt die Partie mit einem 6:3 zwar in den Entscheidungsdurchgang, doch dort schlägt der Underdog zu: 6:4 für Kuerten, der wortwörtlich mit einem Schlag die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zieht.
 
Auch der Titelverteidiger fällt
 
Im Achtelfinale wartet mit Andriy Medvedev der nächste Sandplatzspezialist. Auch mit dem Ukrainer liefert sich Kuerten eine Fünf-Satz-Schlacht. Mit 7:5 im Entscheidungsdurchgang findet auch dieser Kraftakt ein gutes Ende und der erste Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale ist geschafft. Auf dem „Court Central“ geht es nun gegen keinen Geringeren als Titelverteidiger Yevgeny Kafelnikov. Kuerten stibitzt den ersten Satz zügig mit 6:2, ehe der Russe auf- und den Spielstand in den nächsten Durchgängen umdreht. Mit dem Rücken zur Wand dreht das Energiebündel „Guga“, zehn Sätze aus den beiden Runden zuvor in den Beinen, richtig auf. 6:0 im vierten, 6:4 im Fünften und der dritte Sieg über die volle Distanz ist errungen.
 
Nach drei ausgewiesenen Sandplatzspezialisten wartet im Halbfinale ‚nur‘ Filip Dewulf, ein Qualifikant aus Belgien. Zum ersten Mal findet sich Kuerten in der Favoritenrolle wieder, die er bravourös meistert und sich im Finale gegen Sergi Bruguera wiederfindet. Der Spanier, selbst zweifacher Sieger in Paris, landet gegen den befreit aufspielenden 20-Jährigen kaum einen Stich und so feiert Kuerten mit einem glatten 6:3, 6:4, 6:2 als erster Spieler seines Landes den Triumph bei den French Open.


 
Das Lachen macht ihn zum Publikumsliebling
 
Bis heute ist Kuerten einer der nur drei Spieler, die das Kunststück vollbrachten, ungesetzt ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Mit Rang 66 zum Zeitpunkt des Titelgewinns ist „Guga“ außerdem der am zweitniedrigsten platzierte Spieler, der je ein Major gewinnen konnte. Später gewinnt der Publikumsliebling, dessen herzliches und ansteckendes Lachen weltberühmt wird und ihm viele Sympathien einbringt, das Turnier noch zwei Mal (2000,2001). Im Jahr 2000 schafft er den Sprung auf Platz eins der Weltrangliste, den er insgesamt 43 Wochen halten konnte. 2008 muss er seine Karriere mit nur 31 Jahren nach langwierigen Hüftverletzungen beenden.

(Bild © imago images / Claus Bergmann)

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Maximilian Bohne
am 08.06.2020 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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