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Steffi Graf: Gnadenlos erfolgreich und einfach menschlich

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14.06.2020|13:30 Uhr|von Dennis Ebbecke
Steffi Graf: Gnadenlos erfolgreich und einfach menschlich

"Sie lebt nach ihren Werten, ist ihnen treu. Sie redet nicht, sie lebt einfach. Sie hat einen überragenden Spirit." Mit diesen Worten "gratulierte" Andre Agassi seiner Ehefrau vor einem Jahr im Bild-Interview zum Geburtstag. Es war der 50. Ehrentag von Steffi Graf, die einst 377 Wochen lang die Nummer eins der Welt war und den Tennissport wie kaum eine andere Spielerin geprägt hat. Mehr noch: Die gebürtige Mannheimerin war und ist nicht zuletzt dank ihrer Erfolge und ihrer Ausstrahlung eine Botschafterin, auf die Deutschland stolz sein darf.

Am 14. Juni 2020 feiert Steffi Graf ihren 51. Geburtstag - und wie mit Blick auf Agassis eingangs erwähntes Statement zu erwarten war, hat sich innerhalb dieses einen Jahres nichts verändert. Die bekannteste deutsche Tennisspielerin aller Zeiten lebt weitestgehend zurückgezogen an der Seite ihres Ehemannes in den USA. Sie ist nicht der Typ, der sich in die Öffentlichkeit drängt oder sich via Social-Media für ihre früheren Erfolge feiern zu lassen. Und genau diese Bescheidenheit macht Steffi Graf zu einem wahren Champion.

Erfolge für die Ewigkeit: 107 Einzeltitel, 22 Grand-Slam-Siege

Umso wichtiger ist es, sich die Leistungen und Glanzzeiten der deutschen Vorzeigesportlerin immer wieder in Erinnerung zu rufen. Ihre Erfolgszahlen sprechen für sich und machen die "Gräfin" zu einem Vorbild für alle Tennisspieler. Insgesamt konnte die 51-Jährige 107 Titel auf der Tour einfahren, darunter 22 Grand-Slam-Siege. Nur Margaret Court (24) und Serena Williams (23) durften bei Major-Turnieren häufiger den Pokal in die Höhe recken. Unvergesslich bleibt für alle Zeiten das Jahr 1988, in dem ihr nicht nur der Golden Slam (der Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere) gelang, sondern auch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul.

Ein Jahr zuvor hatte Graf als damals 17-Jährige in Paris erstmals die French Open gewonnenerstmals die French Open gewonnen und mit Martina Navratilova im Finale eine Legende bezwungen. 1999, also zwölf Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel überhaupt, schloss sich für die Ausnahmespielerin in der französischen Hauptstadt der Kreis - und zwar mit dem Gewinn ihres letzten Majors. Im Endspiel stoppte die erfahrene Deutsche eine junge, aufstrebende Martina Hingis, die ihre Nerven an diesem Tag nicht im Griff hatte. Sechsmal konnte Graf auf dem Sand von Roland Garros siegen, auf dem heiligen Rasen von Wimbledon sogar siebenmal.

Nur auf dem Platz war Steffi "Gräfin Gnadenlos"

Was Steffi Graf als Tennisspielerin so einzigartig machte, war der Mix aus ihrem Glauben an die eigenen Qualitäten und das Gespür, immer das richtige Mittel für ihre jeweilige Gegnerin zu finden. So blieb ruhig, wenn ihre Kontrahentinnen ausrasteten. Sie ließ den Offensivdrang vieler Spielerinnen mit ihren Slice-Bällen im Keim ersticken. Und sie schaltete selbst schnell in den Angriffsmodus - mit ihrer einzigartigen Vorhand, die ihr in den internationalen Medien die Spitznamen "Fräulein Vorhand" und "Gräfin Gnadenlos" einbrachte.

Letzteres trifft tatsächlich ausschließlich auf die Tennisspielerin Steffi Graf zu, die auf dem Platz bei allem Ehrgeiz stets als faire Sportlerin von sich reden machte und abseits des Courts alles andere als "gnadenlos" ist. Die fünfmalige deutsche Sportlerin des Jahres ist immer Mensch und sich treu geblieben. Eine Frau mit einem "überragenden Spirit", wie Agassi sagte. Happy Birthday, "Fräulein Vorhand"!

(Bild (c) imago images / PCN Photography)

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Dennis Ebbecke
am 14.06.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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