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Djokovic geht mit schlechtem Beispiel voran

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16.06.2020|10:00 Uhr|von Maximilian Bohne
Djokovic geht mit schlechtem Beispiel voran

Am Wochenende zelebrierten Novak Djokovic und Co. den Auftakt der Adria Tour in Belgradden Auftakt der Adria Tour in Belgrad. Bei dem vom Weltranglistenersten ins Leben gerufenen Exhibition-Event waren erstmals wieder Zuschauer erlaubt. Statt diese Möglichkeit defensiv und mit Vorsicht zu nutzen, wurde plötzlich so getan, als hätte es Corona nie gegeben.
 
Echte Atmosphäre in Belgrad, aber zu welchem Preis?
 
Tennis mit Publikum war in Belgrad zurück und was wünscht man sich als Fan mehr? Eine neue Turnierserie mit überragendem Teilnehmerfeld und echte Atmosphäre im voll besetzten Novak Tennis Centre. Das gab es zuletzt vor über drei Monaten.


 
Und doch hatte das von Djokovic-inszenierte Spektakel einen faden Beigeschmack. Klar, die Corona-Restriktionen in Serbien wurden gelockert, seit dem 1. Juni sind Sportveranstaltungen mit Zuschauern wieder erlaubt. Aber die Empfehlungen lauten weiter: Einen Meter Abstand halten, Mund- und Nasenschutz tragen. Letztere wurden unter den gut 4000 Zuschauern pro Tag zumindest hier und da mal gesichtet, vom Abstand hingegen keine Spur. „Wir tun, was die serbische Regierung entscheidet“, wiegelt der „Djoker“ die Nachfragen zwar ab, in Wahrheit werden hier aber alle gut gemeinten Ratschläge vorsätzlich in den Wind geschossen.
 
„Liegt nicht an mir, zu entscheiden, was richtig und falsch für die Gesundheit ist“
 
Ein gemeinsames Fußballspiel der Teilnehmenden mit ausgelassenen Jubelszenen, Sightseeing in Belgrad, Umarmungen und High-Fives wo man hinblickt. Eine ausgelassene Party-Nacht in einer DiscothekEine ausgelassene Party-Nacht in einer Discothek, bei der sich viele der Spieler oberkörperfrei präsentieren. Es wird sich nicht einmal Mühe gegeben, Vorsicht und Respekt vor einer weltweiten Pandemie zu zeigen.  
 
Und das ist der Kern des Problems: In einer Zeit, in der die Tennis-Tour und viele weitere Sportveranstaltungen ausgesetzt sind, blickt alle Welt auf die Events, die doch schon stattfinden. Novak Djokovics Adria Tour vermittelt den Eindruck, als wäre die Welt wieder völlig in Ordnung, als gäbe es nicht noch immer über 100.000 neue Coronavirus-Fälle pro Tag. Auch in Serbien ist das Virus noch nicht Geschichte: Seit den Lockerungen steigen die Zahlen wieder an. „Natürlich ist es schrecklich (…)“, sagt Djokovic, „aber das Leben geht weiter. Als Sportler freuen wir uns auf den Wettbewerb. Es liegt nicht an mir zu entscheiden, was richtig und falsch für die Gesundheit ist.“


 
Der UTS macht vor, wie es gehen kann
 
Ebenfalls am vergangenen Wochendene feierte der UTS (Ultimate Tennis Showdown) in Südfrankreich seine Premiere. Das von Patrick Mouratoglou inszenierte Show-Event kommt mit vielen neuen Regeln daher. Und zeigt, wie es in Zeiten von Corona auch gehen kann. Keine Zuschauer am Court, keine Handshakes, ein Minimum an Ballkindern und Linienrichtern mit Mundschutz.
 
Es ist nicht das erste Mal, dass Novak Djokovic während des weltweiten Atemstillstands heraussticht. Vor einigen Wochen wirbelte er mit der Aussage Staub auf, er „möchte nicht, dass ihn jemand zum impfen zwingt.“„möchte nicht, dass ihn jemand zum impfen zwingt.“ Wenig später handelte er sich nach einem Gespräch mit Entrepreneur Chervin Jafarieh weitere harsche Kritik ein. Er würde seine große Reichweite zum Verbreiten von Unwahrheiten benutzen, hieß es etwa. Die beiden Männer unterhielten sich unter anderem darüber, wie die Kraft positiven Denkens „molekulare Strukturen in Essen und Wasser verändern“ könne.
 

(Bild © imago images / Xinhua)

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Maximilian Bohne
am 16.06.2020 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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