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"Ist das noch fair?" Williams mit besonderer Vorbereitung

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19.06.2020|11:30 Uhr|von Henrike Maas
"Ist das noch fair?" Williams mit besonderer Vorbereitung

Für ihre Chance auf Grand Slam-Titel Nummer 24 will Serena Williams nichts dem Zufall überlassen und erntet dafür harte Kritik.

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen haben den Tenniskalender ordentlich durcheinander gewirbelt. Lange ging gar nichts, doch nun haben die Damen- und Herrentour sowie die ITF und das Grand Slam-Board die Marschroute für eine Rückkehr in den Spielbetrieb festgelegt. Eines der zentralen Turniere für die Restsaison sind die US Open.

Am Mittwoch hatte die USTA (United States Tennis Association) auf einer Pressekonferenz ihren Plan für eine sichere Austragung des Events vorgestellt und dabei direkt eines ihrer Zugpferde präsentiert: Serena Williams. Die sechsfache Turniersiegerin will trotz der verschärften Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr in New York starten. 

Serena lässt sich US Open-Court zu Hause installieren und ruft Kritik hervor

Damit die Teilnahme zum Erfolg wird, hat die 38-Jährige dann auch gleich zu besonderen Maßnahmen gegriffen. So hat sich Williams nach Aussagen von US Open-Turnierdirektorin Stacey Allaster den Belag, den die US Open für ihre Courts verwenden, gleich mal zu sich nach Hause liefern lassen. Eingebaut auf ihrem privaten Trainingsplatz kann sich die ehemalige Nummer 1 nun optimal vorbereiten.

Die Information über diese Maßnahme verbreitete sich schnell in den Sozialen Medien und rief dort einige Entrüstung hervor. Denn nicht wenige warfen der USTA sowie Serena Williams unfaires Handeln vor. Für sie ist die Tatsache, dass Williams den Belag nun vorab intensiv antesten kann, eine Wettbewerbsverzerrung. Grundsätzlich und auch vor dem Hintergrund, dass der Belag der US Open in diesem Jahr komplett neu ist. 42 Jahre lang hatte das Major in New York auf DecoTurf spielen lassen, in diesem Jahr aber den Wechsel auf einen Laykold-Belag vollzogen. Das bedeutet, dass die Spieler das Verhalten des neuen Belags noch nicht kennen und somit auch nicht auf ihre Erfahrung aus den letzten Turnieren zurückgreifen können. Zwar wird der Laykold-Belag auch bei den Miami Open und den New York Open benutzt, aber je nach Umgebung ist das Verhalten eines Belags eben doch immer etwas anders. Hier könnte sich Serena also theoretisch wirklich einen Vorteil erarbeiten. 

Legitimes Mittel

Es gibt aber auch diverse Stimmen, die dieses Vorgehen überhaupt nicht kritisch sehen. Für sie sind solche Maßnahmen von Spielern nicht ungewöhnlich. So gibt es diverse Profis, die sich z.B. vor großen Turnieren den offiziellen Ball schicken lassen, um sich im Training schon mal daran gewöhnen zu können. Zudem existiert keine bekannte Regel, die einen solches Vorgehen grundsätzlich verbietet. 

Auch fragt sich so mancher, wie viel das Training auf dem passenden Bodenbelag überhaupt bringt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Natürlich kann man sich besser eingewöhnen und ein "Gefühl" für den Belag entwickeln. Aber komplett reproduzierbar sind die Eigenschaften von Courts nicht, denn die sind auch von vielen äußeren Bedingungen abhängig. So wirken sich das Wetter, das Alter des Platzes, die Nutzungshäufigkeit und viele weitere Faktoren auf die Oberfläche des Tennisplatzes und damit schlussendlich auf dessen Eigenschaften aus.

Eine schwierige Frage, weil es hier vor allem auch darum geht, was man mit "Fair Play" im Sport bezeichnet und ab welchem Punkt der Spaß dann eben aufhört. Die Antwort darauf werden wir ab dem 31. August bekommen.

(Bild © imago images / ZUMA Press) 

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Henrike Maas
am 19.06.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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