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Hanfmann über Zverev: "Ist einfach dumm von ihm"

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04.07.2020|10:00 Uhr|von Henrike Maas
Hanfmann über Zverev: "Ist einfach dumm von ihm"

"Gedankenlos trifft es ganz gut", ist die erste Reaktion von Yannick Hanfmann auf die Frage, was er denn zu Alexander Zverevs aktuellem Verhalten sagen würde. Zverev, der kürzlich an der vieldiskutierten und wegen eines Corona-Ausbruchs schließlich abgesagten Adria Tour teilgenommen hatte, war mit Party-Bildern in die Schlagzeilen geratenwar in die Schlagzeilen geraten. Obwohl anders angekündigt, hatte sich Deutschlands Nummer 1 nach nur sechs Tagen Quarantäne (üblich sind 14 Tage), in großer Runde feiernd gezeigt. Ein Verhalten, das inner- und außerhalb der Tenniswelt viel Kritik hervorgerufen hat.

"Mein Gott, Junge"

Der Kritik schließt sich auch Hanfmann an. So führt er in der aktuellsten Folge des Interviewpodcasts "Advantage - der Tennis & Sportpodcast" weiter aus: "Es ist eine Panne und ein dummer Fehler gewesen, den er da jetzt begangen hat...Es ist nicht ganz so schwer, mal zwei Wochen die Füße still zu halten. Dass er jetzt auf so einer Party gesichtet wird, ist halt einfach dumm von ihm...Schwierig, meine Emotionen komplett zu erklären. Ich habe das Video gesehen und mir gedacht: Mein Gott, Junge. Du machst Dir das Leben echt nicht leicht. Er ist momentan eh nicht der Liebling der Medien und dann kommt die nächste Aktion." Auch zeigt sich der 28-Jährige überrascht, dass Zverev obwohl damit zu rechnen war, dass auf so einer Party Handyvideos gedreht werden, nicht vorsichtiger gewesen ist. Der Tennisszene habe die Nummer 7 der Welt damit jedenfalls keinen Gefallen getan: "Als Tennisprofi denke ich mir: Das ist ein bisschen scheiße, weil das wirft ein schlechtes Licht auf die Tennisszene. Wir versuchen unsere Saison Mitte August neu zu starten. Solche Aktionen helfen natürlich nicht und das ist nicht gut."

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April 2018, Panama City. Von den Bedingungen her das verheerendste Challenger, das @yannick_hanfmann je gespielt hat. "Aber wir haben es uns immer schön geredet", erklärt der 28-Jährige in der aktuellen Episode - die überall für Euch verfügbar ist. Das versprochene Foto hat er mir auch zugesendet🙌🙌 In knapp zwei Stunden spricht er nicht nur darüber, was in Panama alles nicht professionell war. Es geht um die aktuelle Situation mit möglichen Challengerturnieren, Details zum Hilfsfonds, Alexander Zverev, seine Schwerhörigkeit sowie Karrierehighlights in Gstaad und Paris. #advantage #advantagepodcast #podcast #podcasts #tennispodcast #sportpodcast #tennis #tennisfans #tenniscoach #tennisspieler #tennisdeutschland #tennislove #Karlsruhe #münchen #oberhaching #tennisbase #hanfmann

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Neustart mit Fragezeichen

Wie der Neustart für Yannick Hanfmann genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Sicher ist nur, dass er an den geplanten US Open nicht wird teilnehmen können. Da es in diesem Jahr keine Qualifikation geben wird, ist es für ihn mit der Weltranglistenposition 143 kaum möglich einen Startplatz zu bekommen. Da müssten schon eine ganze Menge höher gelistete Spieler absagen, damit der gebürtige Karlsruher noch nachrücken kann. Mehr Chancen auf einen Platz im Hauptfeld hätte Hanfmann auf der Challenger-Tour. Doch hier ist die Situation noch undurchsichtiger als auf ATP-Tour-Ebene. "Es gibt die Info, dass sie mit dem Start der ATP-Tour Mitte August auch einen Wiederbeginn für die Challengerserie hinbekommen wollen - ein paar Turniere in den USA und ein paar in Europa. Es gibt aber noch null Information, wo genau diese Events stattfinden sollen", erzählt der 28-Jährige im Advantage-Podcast, was er weiß.

Neben der Frage nach dem Wo, muss man sich laut Yannick Hanfmann zudem auch die Frage nach dem Wie stellen. Denn die Finanzlage der Challenger-Turniere ist schon zu normalen Bedingungen nicht mit der von den großen Events zu vergleichen. "Wir [die Spieler] sind uns bewusst, dass die Challengerorganisatoren der vergangenen Saisons zum Teil große Probleme haben würden unter den ganzen Beschränkungen ihre Events durchzuführen. Auch der finanzielle Aufwand wird dadurch höher, einige Sponsoren sind abgesprungen. Das heißt: Wenn Challenger stattfinden sollen, bedarf es erheblicher Finanzierungshilfen von den Verbänden. Deswegen stelle ich mir es sehr schwer vor."

"Ich bin in einer privilegierten Situation"

Die eigenen Finanzen hat Hanfmann aber im Griff. In den letzten Wochen ist er sehr aktiv gewesen, hat an innerdeutschen Preisgeld-Turnieren teilgenommen und kann zudem auf Ersparnisse zurückgreifen. Das macht seine Situation leichter. „Ich habe mir durch die DTB Series nun schon 10.000 Euro extra Preisgeld eingespielt. Das ist ein großer Bonus für mich in dieser Zeit. Es gibt einige Spieler, die momentan gar nichts verdienen. Meine Reserven halten noch eine Weile. Wenn die ATP die Saison wirklich beendet, weil es nicht geht, dann müssen wir als Spieler kreativ werden mit weiteren Showevents. Ich bin als einer der besten Spieler Deutschlands in einer privilegierten Situation und werde dadurch weiter Einnahmen generieren können. Nicht so gut wie sonst - keine Frage. Aber wir haben dafür auch keine Reisekosten. Da fällt ein großer Ausgabenberg weg", beschreibt Yannick Hanfmann seine Situation. "Andere Spieler, die individueller arbeiten, müssen die Verträge mit dem Trainer etc. vorübergehend beenden, um klar zu kommen. Ich bin aber auch nicht mehr der Jüngste mit 28 Jahren. Langfristig mache ich mir schon Gedanken. Dieses Jahr ist für sehr viele Spieler sehr schwierig. Für Spieler unter Platz 200 kann es ein hartes Jahr werden.“

Da helfen nach Aussagen des 28-Jährigen auch nicht die beiden Fonds, die für Spieler der hinteren Ranking-Positionen aufgelegt wurden. Denn die würden das Geld nicht zwingend situationsgerecht verteilen: „Es gab zwei verschiedene Fonds: Einmal den ,ATP Relief Fonds‘ und einen weiteren. Ich habe einen der beiden erhalten - das waren umgerechnet 3.800 Euro. Das war aber ein bisschen nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein und eine PR-Aktion nach dem Motto - wir müssen was tun. Ich sage, danke für das Geld, aber bei mir macht dieser Betrag nicht so viel aus. In den drei Monaten wären zwei Grand Slams und viele ATP-Turniere gewesen. Da wirkt der Betrag fast schon lächerlich. Das hätte man individueller gestalten können, digital mit einer Anfrage, bei der man hätte angeben können, was man für Ausgaben hat. Klar - das wäre aufwendiger gewesen - aber sinnvoller.“

(Bild © Jürgen Hasenkopf) 

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Henrike Maas
am 04.07.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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