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Reizthema US Open – So gespalten sind Profis, Fans und Funktionäre

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24.07.2020|10:00 Uhr|von Björn Walter
Reizthema US Open – So gespalten sind Profis, Fans und Funktionäre

Finden die US Open nun statt oder werden sie in Kürze abgesagt? Diese Hängepartie wirft in der Tenniswelt im Moment ebenso viele Fragezeichen wie Meinungen auf. Zu den Befürwortern gehören Dominic Thiem und Jan-Lennard Struff, die gerne die Reise in die USA antreten würden. Rafael Nadal und Simona Halep haben hingegen bereits angedeutet, dass sie sich lieber voll auf die Sandplatzsaison in Europa konzentrieren wollen.

Es ist eine Diskussion, die auf allen Ebenen geführt wird und nach der Absage des ATP-Turniers in Washington sowie dem Asian Swing in China noch mal deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Daran konnte auch das Statement des amerikanischen Tennis-Verbandes USTA nichts ändern, der kurz nach der Meldung aus der US-Hauptstadt deutlich machte, dass er nach wie vor fest gewillt ist, trotz der heftigen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie vom 31. August an das Grand-Slam-Turnier in New York auszutragen.


Rittner kann sich US Open „nicht vorstellen“

Die Reaktionen sind gespalten. Während in Anbetracht der stetig weiter wachsenden Corona-Fälle in den USA viele Tennisfans ihr Unverständnis in den sozialen Medien zum Ausdruck brachten, wartet das andere Lager sehnsüchtig auf einen zügigen Neustart.

Zu den Skeptikern gehört Barbara Rittner. Ihre Bedenken erläuterte die Frauen-Bundestrainerin am Mittwoch gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID): „Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird mehr als schwer, die US Open durchzuziehen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen.“ Es gebe für die Profis von der Organisatorenseite immer noch „zu wenig Informationen, wie es ablaufen könnte. Wäre ich eine unabhängige Topspielerin, würde ich auch nicht in die USA fliegen wollen, um dort ein Tennisturnier zu spielen“, betonte Rittner.

Reisebeschränkungen sind großes Problem

Kopfzerbrechen bereiten den US Open-Machern um Turnierdirektorin Stacey Allaster vor allem die weltweit herrschenden Reisebeschränkungen. Denn derzeit ist völlig unklar, ob die aus der ganzen Welt anreisenden Spielerinnen und Spieler nach der Einreise in die USA erst einmal in Quarantäne müssen, oder nicht.

Gleiches gilt für die Frage, was bei der Rückkehr nach Europa passiert, wo die Tennis-Tour ab Mitte September mit den Sandplatz-Turnieren in Madrid, Rom und den French Open in Paris wieder richtig Fahrt aufnehmen soll. Eine zweiwöchige Quarantäne im Anschluss an die US Open würde den Profis den Start in Madrid zum Beispiel unmöglich machen.

„Leider gibt es im Moment noch zu viele Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen“, sagte ATP-Boss Andrea Gaudenzi zur Absage der Veranstaltung in Washington. Spieler wie Jan-Lennard Struff wollen trotzdem in die USA reisen. „Ich möchte gerne rübergehen. Wir haben solange nicht gespielt, es brennen alle auf den Wettkampf“, erklärte die deutsche Nummer zwei gegenüber dem TV-Sender Sky.

Organisatoren unter Druck

Eines ist klar: Die Macher in New York wollen die US Open mit aller Macht durchziehen. Auch weil seitens Sponsoren und dem TV-Sender ESPN offenbar Druck gemacht wird. Der Organisatoren würden eine „sichere und kontrollierte“ Umgebung für alle Spielerinnen und Spieler sowie ihre Begleitpersonen gewährleisten, wiederholte der Verband am Dienstag. Geplant ist, dass alle Beteiligten in einem Flughafen-Hotel wohnen und sich nur zwischen Unterbringung und Anlage bewegen dürfen.

Um die sogenannte „Bubble“ zu erzeugen, müssen allerdings Antworten auf die vielen Reisefragen gefunden werden. Kaum vorstellbar, dass dies in der Kürze der Zeit gelingt. Nach jetzigem Stand ist es schwer vorstellbar und wohl auch kaum darstellbar, dass die US Open planmäßig über die Bühne gehen. Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen.

An anderer Stelle wurden bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Die ATP und WTA gaben am Freitag bekannt, dass 2020 keine Profitennis-Turniere in China ausgetragen werden.Die ATP und WTA gaben am Freitag bekannt, dass 2021 keine Profitennis-Turniere in China ausgetragen werden. 

(Bild (c) Jürgen Hasenkopf / Text: Björn Walter / dpa)

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Björn Walter
am 24.07.2020 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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