Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

Heute vor 30 Jahren: Edberg wird die Nummer eins

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
13.08.2020|13:00 Uhr|von Christian Schwell
Heute vor 30 Jahren: Edberg wird die Nummer eins

Auch wenn er gerade in Deutschland oft auf sein permanentes Scheitern in Wimbledon reduziert wurde: Mitte der 80er-Jahre war Ivan Lendl der Mann, den es im Herrentennis zu schlagen galt. Abseits des heiligen Rasens sammelte er einen Titel nach dem anderen ein, ab 1985 konnte ihm der alte Rivale um die Nummer eins, der Amerikaner John McEnroe, nicht mehr oft genug Paroli bieten und Lendl schickte sich an, den Platz an der Sonne der Weltrangliste dauerhaft zu besetzen. 

Wer stößt Ivan Lendl vom Thron?

1988 gelang es dann Mats Wilander, mit gleich drei Grand-Slam-Erfolgen die Dominanz Lendls zu brechen und sich Rang eins in der Rangliste zu erobern. Der große Erfolg war bei Wilander allerdings auch mit einigem Verlust an Motivation verbunden, bald darauf verabschiedete er sich aus der absoluten Weltspitze und Lendl übernahm erneut. Erste Anwärter auf seine Nachfolge waren nun Boris Becker und Stefan Edberg. Beide waren schon in jungen Jahren bei Grand-Slam-Turnieren erfolgreich, beide galten als die kommenden großen Rivalen an der Spitze des Herrentennis. Die Frage war nun, wem der beiden es zuerst gelingen würde, Ivan Lendl vom Thron zu stoßen. 

Wachwechsel in Cincinnati

Nach 80 Wochen in Folge für Lendl an der Spitzte der Weltrangliste war es dann im August 1990 soweit. Und es sollte der Schwede Edberg sein, der sich den Spitzenplatz im Ranking als erster erobern konnte. Er hatte das Jahr über schon fleißig Punkte gesammelt, Wimbledon, Indian Wells und Tokio gewonnen und dazu das Finale der Australian Open und in Miami erreicht, während sich Lendl ebenso intensiv wie erfolglos seinem Traum vom Wimbledon-Titel widmete und dafür sogar die French Open komplett sausen ließ.

Beim Masters-Turnier von Cincinnati nutze Edberg dann die sich bietende Chance. Nachdem er sich ein wenig durchs Turnier gequält hatte und gegen Milan Srejber wie Michael Chang über drei Sätze gehen musste, ließ er im sonntäglichen Finale dem Amerikaner Brad Gilbert bei einem 6:1, 6:1 nicht den Hauch einer Chance. Einen Tag später spuckte der ATP-Computer in dann erstmals als Nummer eins der Welt aus.      

Das Ende einer Ära

Edbergs erste Regentschaft dauerte 24 Wochen, im Januar 1991 entthronte ihn Boris Becker durch seinen Erfolg bei den Australian Open und schwang sich seinerseits zur Nummer eins auf, das Jahr über wechselte die Weltranglistenführung  zwischen beiden noch mehrfach, bevor 1992 mit Jim Courier für Edberg ein ganz neuer Kontrahent um die Spitzenposition auf der Bildfläche erschien.

Ivan Lendl dagegen sollte nach dem August 1990 nie wieder ganz an die Spitze zurückkehren. Auch weitere Grand-Slam-Erfolge blieben ihm verwehrt. Stefan Edberg obliegt die Ehre, Lendls Ära mit insgesamt 270 Wochen als bester Spieler der Welt endgültig beendet und so die 90er-Jahre im Tennis mit ganz neuen Protagonisten eingeläutet zu haben.

(Bild: (c)imago images / Pacific Press Agency)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Christian Schwell
am 13.08.2020 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

» Zu den Beiträgen von Christian Schwell