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3 Jahre kein Tennis - jetzt Grand-Slam-Viertelfinale!

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07.09.2020|22:45 Uhr|von Christian Schwell
3 Jahre kein Tennis - jetzt Grand-Slam-Viertelfinale!

Die sensationelle Siegesserie der Bulgarin Tsvetana Pironkova dauert an. Nach Überraschungs-Erfolgen gegen Garbine Muguruza und Donna Vekic in den letzten beiden Partien zeigte sie heute gegen Alize Cornet (WTA 56) erneut, dass ihre Erfolge der ersten Woche keine Zufallsprodukte waren und setzte sich mit 6:4, 6:7(5), 6:3 durch, nachdem sie nach einem vergebenen Matchball in Satz zwei schon wie die unglückliche Verliererin aussah. 

Noch kein Grand-Slam-Viertelfinale für die routinierte Cornet

Dabei traf die 31-Jährige auf eine hoch motivierte Gegnerin, denn Cornet hatte heute die Chance, endlich einen Makel ihrer eigentlich sehr erfolgreichen Karriere zu eliminieren. Die 30-jährige Französin hat bisher, eher ungewöhnlich für eine ehemalige Nummer 11 der Welt, noch nie das Viertelfinale eines Grand Slams erreicht. 

Es wird mindestens bis zu den French Open aber auch dabei bleiben, obwohl Cornet denkbar gut in die Partie startete und direkt mit einem Break vorne lag. Dann aber kam Pironkova besser in die Partie und zog klug ihr hauptsächlich über die starke Rückhand aufgebautes Spiel auf. Erneut überzeugte die Bulgarin mit viel Ruhe und Abgeklärtheit, wenn es darum ging, die gut vorbereiteten Punkte nach längeren Ballwechseln auch erfolgreich abzuschließen. Sie holte sich das Rebreak und nahm dann bei 4:4 genau zum richtigen Zeitpunkt Cornet erneut den Aufschlag ab um sich den Satz anschließend verdient mit 6:4 zu holen.   

Pironkova scheint auf dem Weg zum Zweisatzsieg

Der Satzverlust schien Cornet zunächst geradezu zu lähmen, während die ohne Ranglistenposition angetretene Pironkova munter weiter Punkte sammelte und sich auch in Satz zwei sofort die ersten beiden Spiele holte. Obwohl sie vor dem Match bekundet hatte, nach drei Spielen innerhalb einer Woche ihren Körper zu spüren, war bei der Rechtshänderin, die drei Jahre lang kein Profitennis gespielt hat und zwischenzeitlich Mutter geworden ist, in dieser Phase von Müdigkeit äußerlich wenig zu sehen.

Nachdem sie aber weitere Breakchancen zum 3:0 vergeben hatte, war es, als hätte jemand ihrem Spiel den Stecker gezogen. Die Fehlerquote stieg gerade auf der Vorhandseite immens und die erfahrene Cornet witterte Morgenluft. Mit Recht, denn kurze Zeit später hatte sie aus einem 0:2 ein 4:2 gemacht. Als sie aber Ihrerseits eine Chance zum 5:2 nicht nutzen konnte, bekam der zweite Durchgang wieder eine Wende Richtung Pironkova, die jetzt vor allen Dingen eine ans Netz stürmende Cornet immer wieder mit guten Passierbällen vor unlösbare Probleme stellte.

Den Sieg vor Augen zeigt die Bulgarin erstmals Nerven

Knackpunkt der Partie schien dann ein mehr als zehnminütiges Aufschlagspiel der Französin bei 4:4 zu werden, in dem beide Spielerinnen erst Chancen zum Spielgewinn nicht nutzen, bevor schließlich Cornet die 5:4-Führung für die Gegnerin ausgerechnet mit einem Doppelfehler herschenkte. Anschließend servierte Pironkova erstmals zum Matchgewinn. Und zeigte erstmals sowas wie Nerven, als trotz eines  Matchballs insgesamt zögerlicher als zuvor agierte und den Ausgleich hinnehmen musste. Bei 6:5 hatte sie erneut die Möglichkeit, das Match mit dem eigenen Service zu beenden und scheiterte erneut.

Die Partie, in der mittlerweile deutlich neben spielerischen und körperlichen Aspekten auch die Nerven eine große Rolle spielten, ging in den Tiebreak. den holte sich dann Cornet mit 7-5 und erzwang so den Entscheidungssatz. 

Pironkova dreht das Ding nochmal in ihre Richtung

In Satz drei schien das Momentum der Partie nun dem Spielverlauf nach klar auf Seiten Cornets zu sein, was sich auch durch ein frühes Break so zu bestätigen schien. Der letzte Dreh dieser Achterbahn-Partie sollte dann aber doch noch zugunsten Prironkovas erfolgen. Ihr gelang mit einer Energieleistung der Ausgleich und dann bei einer 4:3-Führung ein weiteres Break. Diesmal hielten die Nerven der Rückkehrerin. Ihr letztes Aufschlagspiel brachte sie, ganz im Gegensatz zu den beiden zum Ende von Satz zwei, höchst souverän ohne Punktverlust zum 6-3 nach Hause.  

Im Viertelfinale geht es für die Bulgarin nun gegen die große Serena Williams weiter. Egal wie dieses Match ausgeht, ein grandioser Erfolg ist ihr Comeback-Turnier, dass sie auch mindestens wieder an die ersten 150 der Weltrangliste heran bringen wird, schon jetzt.   

      

(Bild (c) imago images / GEPA pictures)

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Christian Schwell
am 07.09.2020 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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