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Thiem entzaubert wilden Medvedev

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12.09.2020|05:00 Uhr|von Adrian Rehling
Thiem entzaubert wilden Medvedev

Die Nummer drei gegen die Nummer fünf der Welt. Alle Erwartungen und Vorzeichen standen auf ein Traumduell. Das wurde es auch - allerdings nur über drei Sätze. 

Dominic Thiem und Daniil Medvedev waren förmlich im Gleichschritt in das Halbfinale der US Open eingezogen. Während "Domi" nur einen Satz gegen Marin Cilic abgeben musste, blieb die Weste des Russen sogar blütenweiß. Das sollte sich nach einem hochklassigen Match dann komplett ändern, denn Thiem bezwang Medvedev entgegen aller Erwartungen tatsächlich in drei Durchgängen: 6:2, 7:6, 7:6.

Schon früh in der Partie gab es einen deftigen Aussetzer. Daniil Medvedev hatte seine Nerven nicht unter Kontrolle, als er auf dem Weg zum Aufschlagverlust war. Sehr kurios die Szene bei 2:3 und Breakball gegen sich aus Sicht des Russen: Er wollte einen gutgegebenen eigenen Aufschlag challengen, meldete dies allerdings viel zu spät an. Thiem hätte es ihm sogar gestattet, doch alle Diskussion Medvedevs mit Schiedsrichter und Oberschiedsrichter brachte nichts. Ganz im Gegenteil, denn zum kassierten Break gab es noch eine Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens obendrauf. Der Russe sagte tatsächlich: "Die US Open sind ein Witz ... Sorry, ich habe das Gefühl, ich habe jemanden umgebracht." Der Satz ging dahin, Medvedev war nicht mehr voll bei der Sache. Ein Beweis dafür: Seine 13 leichten Fehler. Ganz anders Thiem, der beim ersten Aufschlag eine herausragende 100-Prozent-Quote aufweisen konnte. In zwölf von zwölf Fällen holte er den Punkt.

Zverev entspannt auf der Liege, Thiem und Medvedev unter Hochspannung

Wer allerdings nun mit einem Durchmarsch des Österreichers gerechnet hatte, der sah sich direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs getäuscht. Medvedev lieferte nämlich die perfekte Antwort auf die Endphase des ersten Satzes: Ein Break sowie ein Aufschlagspiel zu Null zur schnellen 2:0-Führung.  Währenddessen im Logenrang: Alexander Zverev völlig entspannt mit Handy und der Physiobehandlung.


Er sah einen Daniil Medvedev, der den Vorsprung relativ problemlos bis zum 5:4 halten sollte. Dann schlug Thiem aber genau im richtigen Moment zu. Er nahm die Bälle früher, entwickelte ungeheimen Druck mit seiner Vorhand - und profitierte beim zweiten Breakball von einem leichten Vorhandfehler seines Kontrahenten. Der 5:5-Ausgleich war geschafft. Der Russe ließ im anschließenden, zehnminütigen Aufschlagspiel des Österreichers das Rebreak leichtfertig liegen, als er gleich fünf Breakbälle nicht nutzen konnte. Kurz darauf ging es in den Tiebreak. 2:0-Satzführung Thiem oder der Satzausgleich? Die passende Antwort hatte Dominic Thiem parat, der sich mit einem packenden 9:7 durchsetzen konnte. 

"Er hat wie ein echter Champion gespielt"

Doch auch damit war Medvedevs Moral noch nicht gebrochen. Ganz im Gegenteil, die Nummer fünf der Welt wollte sich auf gar keinen Fall frühzeitig geschlagen geben. So folgte auch in Durchgang drei ein frühes Break zu Gunsten des Russen, der die 2:0-Führung bis zum 5:2 halten konnte. Erneut servierte der Russe beim 5:3 zum Satzgewinn - und wie schon in Durchgang zwei schlug Thiem genau in diesem Moment zu. Sogar einen Satzball Medvedevs wehrte er bei dessen Service ab, schaffte mit dem dritten Spiel in Serie den 5:5-Ausgleich. Wieder musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Und in diesem fegte "Domi" dann zu einem schnellen 4:0, das er bis zum 7:5 irgendwie über die Runden brachte.

Später schwärmte der Österreicher: "Nach dem ersten Satz haben wir beide großartiges Tennis gespielt. Ich denke, dass es ein großartiges Halbfinale war und bin sehr, sehr glücklich, im Finale zu sein." Medvedev stimmte in die Lobeshymnen einen und attestierte seinem Bezwinger, "wie ein echter Champion gespielt" zu haben. 

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US OPEN FINALS

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Ein Schritt fehlt dem 27-Jährigen aber noch zur endgültigen Krönung. Zum vierten Mal bei seinen vergangenen neun Grand-Slam-Auftritten steht Thiem in einem Finale, konnte bisher aber noch keinen Titel bejubeln. Zu tun bekommt er es am Sonntag (ab 22 Uhr) mit Kumpel Alexander Zverev: "Ich freue mich auf das Endspiel. Er ist ein guter Freund und es ist unglaublich, dass wir uns in einem Grand-Slam-Finale messen werden", so Thiem. Im direkten Vergleich führt der ÖTV-Profi mit 7:2.

(Bild (c) imago images)

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Adrian Rehling
am 12.09.2020 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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