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"Rafa" muss sich gegen Sinner strecken

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07.10.2020|01:25 Uhr|von Maximilian Bohne
"Rafa" muss sich gegen Sinner strecken

Das war ein hartes Stück Arbeit: Rafael Nadal steht im Halbfinale der French Open 2020. Jannik Sinner verlangte dem Spanier über zwei Sätze alles ab, musste sich aber dennoch mit 6(4):7, 4:6, 1:6 geschlagen geben.

Sinner mit Viertelfinaleinzug bei Roland-Garros-Debüt
 
Als „Rafa“ Nadal in Paris 2005 seinen ersten von mittlerweile zwölf Titeln gewann, war Jannik Sinner gerade einmal drei Jahre alt. 15 Jahre später sollte es jetzt zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden kommen. Würde der erst 19-jährige Underdog den unangefochtenen „King of Clay“ ärgern können? Mit vier überzeugenden Siegen hatte sich Sinner bei seinem French-Open-Debüt gleich in sein erstes Viertelfinale gespielt – übrigens als erster Spieler seit Nadals Erfolgslauf 2005. Doch auch Nadal ließ sich bislang nicht lumpen und gab in keinem Satz mehr als vier Spiele ab.
 
Nach einem langen Tag mit tollen Matches auf dem Court Philippe Chatrier begann das Match um kurz nach halb elf Uhr Ortszeit. Sinner zeigte von Minute eins, dass er wie schon gegen Zverev in der Runde zuvor aggressiv von der Grundlinie agieren würde. Ohne Angst bespielte der Südtiroler in langen Ballwechseln immer wieder die gefährliche Vorhand Nadals – und das mit Erfolg. Den ersten Breakball erspielte sich Sinner im fünften Spiel. Nadal hielt dem Druck stand und brachte zum 3:2 durch, fand aber seinerseits noch keinen Zugang zu den Aufschlagspielen seines 15 Jahre jüngeren Gegenübers. Bis zum 5:5 blieb alles in der Reihe, ehe es wieder Sinner war, der den Druck erhöhen konnte und sich ein 15:40 erarbeitete. Das wehrte Nadal zwar zunächst noch ab, beim dritten Breakball verfehlte dann aber eine Vorhand des Mallorquiners die Seitenlinie und plötzlich servierte der Außenseiter zum Satzgewinn.

Mit dem Rücken zur Wand dreht Nadal auf
 
Unter Druck legte der 19-fache Grand-Slam-Champion aber noch einmal eine Schippe drauf, während Sinner ein paar nervöse Fehler einstreute. Mit dem sofortigen Rebreak erzwang Nadal doch noch den Tiebreak. Mit zwei Mini-Breaks bei 3:2-Führung gelangen der Nummer zwei der Setzliste hier die entscheidenden Stiche. Nach 72 Minuten brachte Nadal den hart umkämpften ersten Satz mit 7:6 (4) unter Dach und Fach.
 
Im 100. Match Nadals in Roland Garros war es das 90. Mal, dass der Spanier auch den ersten Satz gewann. War damit der Widerstand des 19-Jährigen gebrochen? Weit gefehlt. Aus zwei engen eigenen Aufschlagspielen wand Sinner sich bravourös heraus, bevor ihm das Break zum 3:1 gelang. Wie schon im ersten Satz drehte Nadal im Rückstand aber auf und holte sich das Break sofort zurück. Mitte des zweiten Durchgangs durchbrach das Match die Tagesgrenze, dennoch sahen die verbleibenden Zuschauer noch immer ein hochklassiges, offenes Spiel mit vielen sehenswerten Ballwechseln. Im neunten Spiel war es dann soweit: Ein komfortables 40:15 bei Aufschlag Sinner verwandelte Nadal mit vier Punktgewinnen in Folge zum entscheidenden Break. Am Ende gatte der Linkshänder wieder hauchdünn die Nase vorn und sicherte sich den zweiten Durchgang mit 6:4.

Halbfinale: Schwartzman wartet nach 5-Stunden-Krimi
 
Jetzt schien der Bann endgültig gebrochen. Mit einem überragenden Rückhand-Passierball legte Nadal jetzt gleich das nächste Break zum 1:0 nach und gab sich alle Mühe, jede weitere Hoffnung seines Gegners im Keim zu ersticken. Das sollte gelingen: Nadal ließ kein bisschen nach, während Sinner nach beinahe zweieinhalb Stunden Spielzeit jetzt den ein oder anderen Fehler einstreute. Zum 3:0 landete Nadal das Doppelbreak und mit dem 4:0 schaffte er seinen siebten Spielgewinn in Serie. In der kühlen und windigen Pariser Nacht gelang es Sinner immerhin noch, seinen Namen auch in diesem Satz auf die Anzeigetafel zu bringen, wenig später war das größtenteils spektakuläre Match dann aber vorbei. Nach 2:48 Stunden verwandelte Nadal seinen ersten Matchball zum 7:6 (4), 6:4, 6:1.
 
Im Halbfinale geht es für Nadal am Freitag nun gegen Diego Schwartzman. Der konnte sich in einem engen 5-Stunden-Thriller gegen Dominic Thiem durchsetzen. Erst vor wenigen Wochen konnte der Argentinier Nadal im Viertelfinale von Rom in drei Sätzen bezwingen.

(Bild © imago images / Xinhua)

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Maximilian Bohne
am 07.10.2020 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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