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Erneut kurioses "Djoker"-Match gegen Carreño Busta

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07.10.2020|21:49 Uhr|von Dennis Ebbecke
Erneut kurioses "Djoker"-Match gegen Carreño Busta

Er verdrehte schmerzverzerrt seine Augen, er lamentierte und er ... siegte. Novak Djokovic hat trotz körperlicher Probleme das Halbfinale der French Open erreicht. Am Mittwochabend bezwang der Weltranglistenerste den Spanier Pablo Carreño Busta in einem kuriosen Match mit 4:6, 6:2, 6:3, 6:4.

Vor diesem Viertelfinal-Match auf Court Philippe-Chatrier drehte sich die Berichterstattung nicht nur um sportliche Belange, da das Duell zwischen Djokovic und Carreño Busta Erinnerungen weckte - sowohl bei beiden Spielern als auch bei den Tennis-Fans auf der ganzen Welt. Die Vorgeschichte dieses Aufeinandertreffens dürfte kaum jemandem entgangen sein: Fast auf den Tag genau ein Monat zuvor traf ein Ball der Serbens bei den US Open eine Linienrichterin am Kehlkopf. Der "Djoker" wurde disqualifiziert, Carreño Busta zog nach nicht einmal einem gespielten Satz in die Runde der letzten Acht ein.

So viel vorweg: Die Neuauflage in Paris ging zwar skandalfrei über die Bühne, doch erneut zog Djokovic in Satz eins die Aufmerksamkeit auf sich. Bereits als er mit einem großen Tape am Nacken auf dem Platz erschien, kam bei den "Djoker"-Fans ein ungutes Gefühl auf. Dieser Eindruck verfestigte sich, als sich der Weltranglistenerste während des Matches und der Seitenwechsel immer wieder auf den linken Arm klopfte.

Djokovic zu Beginn körperlich nicht auf der Höhe

Dass der French-Open-Champion von 2016 körperlich nicht auf der Höhe war, war nicht zu übersehen. Ganz anders trat der Spanier auf, der seinen Gegner zu Beginn mit dem einen oder anderen wuchtigen Schlag im wahrsten Sinne des Wortes ins Straucheln bringen konnte. Die Folge: Carreño Busta belohnte sich mit dem Break zum 3:2. Allerdings hatte der Spanier sichtlich Probleme, die vielen Fehler seines Gegenübers und seine daraus resultierende überraschende Führung zu verarbeiten. Er zeigte nun nervliche Schwächen und ließ den Serben wieder herankommen.

Wer bei 4:4 die "Nole"-Wende erwartet hatte, lag jedoch falsch. Der Serbe fühlte sich nach wie vor unwohl, kassierte ein weiteres Break und den Satzverlust.

Es war erst der zweite Satzverlust seit seiner Disqualifikation von New York Anfang September (bei 21 gewonnenen Sätzen). Nach dem ersten Durchgang rief Djokovic erst einmal den Physiotherapeuten herbei, der kurz den linken Arm des 17-maligen Grand-Slam-Champions behandelte.

Dennoch: Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt auf eine baldige Aufgabe des 33-Jährigen hin. Umso erstaunlicher, dass er in Satz zwei zunächst zwei Breakbälle abwehren und dann sogar das Break zum 3:1 perfekt machen konnte. Ab diesem Moment änderte sich etwas im Spiel von Djokovic, der von Punkt zu Punkt gelöster wirkte. Bessere Aufschlagquote, weniger Fehler und wieder gut im Schlag: Problemlos holte er sich den Satz mit 6:2.

Das mentale und physische Comeback des "Djokers"

Spätestens mit einem lauten Schrei zu Beginn des dritten Satzes war der "Djoker" wieder (fast) ganz der Alte - das frühe Break zum 2:0 tat sein Übriges. Sein Gegenüber verlor nun komplett den Anschluss, während der Mann aus Belgrad mit Hilfe seines mentalen Comebacks gleich auch seine körperlichen Probleme hinter sich lassen konnte. Eine Vorentscheidung war dieses Break jedoch nicht, denn der Spanier konnte noch einmal zurückkehren und auf 3:3 stellen. In dieser Phase schien die neue Energie wieder aus dem Körper des Favoriten zu entschwinden.

Mehr als eine Momentaufnahme sollte dies jedoch nicht sein. Dem Altmaier-Bezwinger fehlte einfach die letzte Konsequenz, um dem an diesem Abend durchaus verwundbaren Djokovic den Zahn zu ziehen - auch wenn Carreño Busta wahrlich kein schlechtes Match absolvierte. Selbst nach dem Break zum 3:4 im vierten Satz gegen sich erkämpfte sich der Iberer noch einmal Breakbälle. Allerdings: Der Wille seines Gegners, der seine Punkte immer wieder lautstark bejubelte, war in diesem wichtigen Moment noch einen Tick größer.

Im Halbfinale wartet Tsitsipas

Der Weltranglistenerste wird froh sein, einem kräftezehrenden fünften Satz aus dem Weg gegangen zu sein - in Anbetracht seiner körperlichen Schwierigkeiten zu Beginn dieses Matches und seines starken Halbfinal-Gegners. Dort wartet auf den Serben nämlich Stefanos Tsitsipas, der sich souverän gegen Andrey Rublev durchsetzen konnte.

(Bild (c) imago images / GEPA pictures)

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Dennis Ebbecke
am 07.10.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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