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Finale für die Ewigkeit: So gigantisch wird "Rafa" vs. "Djoker"

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11.10.2020|14:15 Uhr|von Dennis Ebbecke
Finale für die Ewigkeit: So gigantisch wird "Rafa" vs. "Djoker"

Tennis ist ein Sport der Superlative. Ein Finale zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic ist mehr als das - selbst das Wort "Superlative" scheint hierfür zu schwach. Was sich auf den ersten Blick wie eine Ansammlung von Floskeln liest, lässt sich mit Zahlen untermauern. Das Finale der French Open 2020 am Sonntag (15.00 Uhr) wird - und zwar unabhängig von der Corona-Situation - in die Geschichte eingehen, weil die beiden Kontrahenten es nicht anders zulassen.

Fakt ist: Kein anderes Duell hat es im Profi-Tennis so häufig gegeben wie das Aufeinandertreffen zwischen dem Weltranglistenersten Djokovic und dem Weltranglistenzweiten Nadal. Die zwei Weltklassespieler werden sich zum 56. Mal gegenüberstehen, die Bilanz spricht mit 29:26 knapp für den Serben. Djokovic vs. Federer konnte bis dato 50-mal bestaunt werden (27:23 für den "Djoker") und Nadal vs. Federer 40-mal (24:16 für "Rafa"). 

Djokovic: "Es ist Rafa, es ist ein Finale, und es ist auf Sand."

Trotz der häufigen Begegnungen auf den Tennis-Courts dieser Welt und trotz der einzigartigen Sandplatz-Qualitäten von "King of Clay" Nadal: Das Finale von Roland Garros dieses Jahr steht unter einem ganz besonderen Stern. Es findet im Herbst und nicht im Frühjahr statt, die Bälle springen anders ab und Nadals gefürchteter Topspin geht nicht ganz so hoch weg wie bei seinen zwölf (!) Titeln in den vergangenen 15 Jahren. Eine Chance für Djokovic, dessen leicht positive Head-to-Head-Bilanz gegen den Spanier in Paris normalerweise keine Rolle spielen sollte? Diesen vermeintlichen Vorteil sieht der 33-Jährige nicht wirklich, wie er vor dem Endspiel verriet: "Natürlich sind die Bedingungen anders als sonst, wenn wir im Mai oder Juni gespielt haben. Aber, hey, unabhängig davon, es ist Rafa, es ist ein Finale, und es ist auf Sand."

Ein Blick auf die bisherigen Auftritte Nadals bei den diesjährigen French-Open verdeutlicht diese These: Nadal hat in seinen bisher sechs Matches bisher noch keinen Satz abgegeben, der "Djoker" zum Vergleich bereits drei - einen im Viertelfinale gegen Carreño Busta, zwei im Halbfinale gegen Tsitsipas. Demnach dürfte der Malloquiner einen Tick ausgeruhter in das Finale gehen, wenngleich der Serbe im Vorfeld keinen Zweifel daran aufkommen ließ, sich "körperlich nicht erschöpft" zu fühlen. Dennoch: Im Spitzentennis, wo mitunter Nuancen über Sieg oder Niederlage entscheiden, spielen derartige Details durchaus eine Rolle.

Das spricht für "Rafa" - Das spricht für den "Djoker"

Aber: Auch Nadal ließ in seinem Halbfinale gegen Schwartzman im dritten Satz leichte Wackler erkennen. Der Paris-Rekordchampion tat sich beim Ausservieren schwerer als erwartet. Zuvor war er bereits in Rom an eben diesem Argentinier gescheitert - bei einem Sandplatzturnier wohlgemerkt, das ausgerechnet Djokovic gewinnen konnte.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum nicht nur "Nole" mit großem Respekt in dieses Giganten-Duell gehen, sondern auch für "Rafa" Vorsicht geboten sein wird. Die beeindruckende Siegesserie seines Final-Kontrahenten wird ihm nicht entgangen sein: Djokovic hat 2020 kein einziges Match verloren - seine Disqualifikation bei den US Open einmal außen vor gelassen. Ob beim ATP-Cup, den Australien Open, in Dubai oder bei den Masters in Cincinnati und Rom: Am Ende war es immer der "Djoker", der den Pokal in den Himmel recken durfte.

Und dann gibt es ja noch dieses eine Match aus dem Jahr 2015, auf das die Nummer eins nach eigenen Angaben "zurückblicken" wird. Damals konnte der "Djoker" den Paris-König Nadal auf dem Court Philippe-Chatrier im Viertelfinale bezwingen. Nur um einmal die Dimensionen auf den Tisch zu legen: Es ist die Rede von dem Nadal, der 99 von insgesamt 101 Matches bei den French Open für sich entscheiden konnte.

20. Grand-Slam-Titel? Nadal könnte mit Federer gleichziehen

Sollte Djokovic dieses Kunststück am Sonntag erneut gelingen, würde "Rafa" in seinem 13. Paris-Finale zum ersten Mal überhaupt als Verlierer vom Platz gehen - mehr Ansporn braucht es für seinen Gegner vermutlich nicht. Doch dieser ist nicht der einzige, der Geschichte schreiben kann. Nadal würde mit einem weiteren Triumph gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es wäre sein 100. Matchgewinn bei den French Open und sein 20. Grand-Slam-Titel, womit der Spanier mit Roger Federer gleichziehen würde. "Ich werde alles dafür geben, dass dies passiert", sagte der 34-Jährige vor dem Finale. Daran dürfte es keine Zweifel geben. Alles ist angerichtet für das Duell der Giganten. Ein Duell voller beeindruckender Zahlen für die Ewigkeit, die ab dem ersten und bis zum letzten Ballwechsel jedoch keine Rolle spielen werden ...

(Bild (c) imago images / HMB-Media / Hasenkopf / Montage)

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Dennis Ebbecke
am 11.10.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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