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Die völlig irre Geschichte eines absoluten Nobodys

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27.10.2020|13:00 Uhr|von Maximilian Bohne
Die völlig irre Geschichte eines absoluten Nobodys

Was für eine irre Geschichte! Was beim ATP-Turnier von Wien nach einem ordinären Erstrundenmatch klingt, wird für einen 23-jährigen Ukrainer das Spiel des Lebens.
 
Vitaliy Sachko: Als 529. der Welt vor dem Spiel des Lebens
 
Der Cut für den letzten direkten Platz in die Quali des Turniers von Wien liegt eigentlich bei Rang 127. Und doch steht jetzt einer im Hauptfeld, der mehr als 400 Ränge weiter hinten residiert. Vitaliy Sachko aus Kremenchuk in der Ukraine erlebt die beste Phase seiner Karriere. Auf der ITF-Tour beheimatet, tritt Sachko vornehmlich bei ITF-15000-Turnieren an - erst zwei Mal schaffte er es ins Hauptfeld eines Challenger-Turniers. Mit Platz 529 (!) in der Einzel-Weltrangliste steht er seit vergangener Woche besser denn je da. Und am Dienstagabend ab 17:30 Uhr (live auf Sky) geht es für Sachko nun gegen keinen geringeren als den Weltranglistendritten und frisch gebackenen Grand-Slam-Champion Dominic Thiem.

Wie ist es dazu gekommen? Wie üblich hätte Sachko in dieser Woche auf der ITF-Tour um ein kleines Preisgeld und vielleicht eine Handvoll ATP-Punkte kämpfen können. Bei gleich drei 15000-er Events stand er auf der Meldeliste und hätte es direkt ins Hauptfeld geschafft. Doch Sachko entschied sich spontan nochmal um, zog von allen Turnieren zurück und meldete sich als „Alternate“ für die Qualifikation von Wien. Und siehe da, genügend Plätze wurden frei und plötzlich bekam Sachko seine Chance. In der ersten Runde ging es gegen die Nummer sieben der Setzliste, Pierre Hugues-Herbert. Mit einer überragenden Leistung drehte der Underdog einen 1:6-Rückstand gegen den Weltranglisten-82. und verdiente sich den Platz im Quali-Finale. Dort zwackte er dem Slowaken Norbert Gombos zwar den ersten Satz ab, musste sich dann aber doch in drei Sätzen geschlagen geben.
 
Lukrativ: Erstrundenteilnahme gibt erhebliche Finanzspritze
 
Damit schien die unglaubliche Reise vorbei, doch – natürlich – ist das nicht das Ende der Geschichte. Mit Diego Schwartzman, Alex de Minaur und Kei Nishikori zogen drei Profis kurzfristig aus dem Hauptfeld zurück – und der dritte Lucky-Loser-Spot ging an Vitaliy Sachko. Ganz plötzlich steht der 23-Jährige jetzt vor der Aufgabe und dem Spiel seines Lebens. Ob und wie lange Sachko gegen Thiem mithalten kann, wird man sehen. So oder so, für Sachko ist ein Riesentraum bereits in Erfüllung gegangen. Und auch finanziell kann sich die Woche sehen lassen: Bislang gab es für den Rechtshänder in der gesamten Karriere gut 32000 US-Dollar an Preisgeld, alleine für die erste Runde erhält er nun satte 21373 Dollar obendrauf.

(Bild © Juergen Hasenkopf)

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Maximilian Bohne
am 27.10.2020 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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