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Diego gegen Goliath

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16.11.2020|13:00 Uhr|von Henrike Maas
Diego gegen Goliath

Diego Schwartzman musste vor seinem ersten Auftritt bei den ATP Finals den ein oder anderen Lacher über sich ergehen lassen. Auf einem der offiziellen Gruppenfotos des Teilnehmerfeldes war der Argentinier sehr ungünstig im Hintergrund platziert worden, sodass seine im Vergleich zu den anderen Spielern deutlich kleinere Körpergröße ziemlich herausstach. Was wiederum diverse Tennisfans zu amüsierten Kommentaren animierte, aber auch Unverständnis über die wenig schmeichelhaft gewählte Komposition hervorrief.

Kein Zweifel wiederum herrschte darüber, dass sich Schwartzman seinen Platz in London verdient hat. Denn aufgehalten hat den 28-Jährigen seine für ATP-Maßstäbe geringe Körperhöhe nämlich noch nie. Immer schon ein fleißiger Arbeiter hat er sich Jahr um Jahr in der Weltrangliste vorgearbeitet und sich mit einer der besten Saisons seiner Karriere für die Finals qualifiziert. 

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Diverse Meilensteine für Schwartzman

So konnte der Argentinier in 2020 einige persönliche Meilensteine erreichen. Da ist der erste Sieg gegen Rafael Nadal im Viertelfinale von Rom, was auch gleichzeitig der erste Sieg gegen einen Top 5-Spieler bedeutete. Ebenfalls in Rom erreichte Schwartzman zum ersten Mal das Finale eines Masters. Kurz darauf spielte und gewann er in Roland Garros sein erstes 5-Stunden-Match (5:08 h) gegen Dominic Thiem und erreichte damit sein erstes Grand Slam-Halbfinale. Erfolge, die den 28-Jährigen zum ersten Mal in die Top 10 einziehen ließen und ihn nun eben auch zu seiner ersten Teilnahme bei den ATP Finals führen.

Dieser Liste ein weiteres Highlight hinzuzufügen wird für die derzeitige Nummer 9 der Welt aber wahrscheinlich schwer werden. Wenn man bei einem Feld aus den besten acht Spielern überhaupt auf sowas wie Losglück hoffen kann, hatte Diego Schwartzman keines. Er wurde mit Novak Djokovic, Daniil Medvedev und Alexander Zverev in die Gruppe "Tokio 1970" gewürfelt. Sein Gegner sind alles Spieler, die auf Indoor-Hartplatz die deutlich besseren Karten haben. Das ist auch dem Argentinier bewusst. "Sie [Djokovic, Zverev, Medevedev] fühlen sich auf diesem Belag wahrscheinlich etwas wohler als ich", sagte er vor dem Start des Turniers. 

Schwere Gruppe und Djokovic zum Auftakt

Der erste Gegner aus dieser Gruppe ist Novak Djokovic. Die Nummer 1 der Welt hat die ATP Finals bereits fünf Mal gewonnen (2008, 2012-15) und könnte mit einem erneuten Triumph in London mit Roger Federer gleichziehen, der bisher mit sechs Siegen die meisten Titel bei den Finals hält. Gegen Schwartzman hat der Serbe eine 5:0-Bilanz. In den fünf Begegnungen gab Djokovic nur drei Sätze ab und die alle auf Sand, dem besten Belag von Schwartzman. Kann der Argentinier auf der roten Asche seine Vielseitigkeit und die Laufstärke eben am ehesten für sich nutzen. 

Da ist Indoor-Hartplatz doch eine ganz andere Hausnummer, die Novak Djokovic mächtig in die Karten spielt. Denn auch wenn Diego Schwartzman in 2020 eine der besten Return-Bilanzen aufweist, wird das gegen den Weltranglistenersten auf so einem Untergrund kaum reichen. Denn auch Djokovic ist bekanntermaßen ein exzellenter Return-Spieler und kann anders als sein erster Gegner deutlich mehr Druck mit dem Aufschlag und den Grundschlägen erzeugen. Die Optionen dagegen etwas zu unternehmen, sind limitiert.

"Er hat nichts zu verlieren"

"Gegen Novak muss man immer zu 100 Prozent spielen", sagte Diego Schwartzman über sein Duell mit dem Serben. "Es ist schwer, an etwas anderes zu denken oder zu versuchen, taktisch besser als er zu sein oder zu versuchen, Winner zu spielen. Man muss nur auf den Platz gehen und versuchen, zu 100 Prozent zu spielen, und wenn er nicht seinen besten Tag erwischt, hat man vielleicht ein paar Chancen [...]."

Doch auch der Weltranglistenerste wird das Duell mit Diego Schwartman trotz der Favoritenrolle ernst nehmen. Wie der Serbe selber vor dem Turnier sagte, hat zum einen Schwatzman nichts zu verlieren und kann daher frei aufspielen, zum anderen muss er sich nach dem Auftakt mit Daniil Medvedev und Alexander Zverev, den zwei besten Spielern der letzten Wochen, auseinandersetzen. Da ist dem 33-Jährigen an einem guten Start mehr als gelegen: "Ich hoffe, ich kann das Turnier mit einem Sieg beginnen. Zverev und Medvedev sind wahrscheinlich in der besten Form von allen hier Anwesenden - besonders Indoors."

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(Bild (c) imago images / UK Sports Pics Ltd)

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Henrike Maas
am 16.11.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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