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Das unfassbar bittere Finals-Ende des Jürgen Melzer

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22.11.2020|18:00 Uhr|von Adrian Rehling
Das unfassbar bittere Finals-Ende des Jürgen Melzer

Es war gleich in mehrfacher Hinsicht ein überraschendes Doppel-Endspiel. Ein Duo, das noch gar keinen gemeinsamen Titel einfahren konnte gegen ein Duo, das erst einen Turniersieg holte. Außerdem die Nummer fünf gegen die Nummer sieben der Setzliste. Es wurde ein unterhaltsames Duell.

Wesley Koolhof und Nikola Mektic, an Position fünf gestuft, trafen auf die beiden Oldies Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin. Nach zwei einseitigen Sätzen - einer pro Team - sowie einem spannenden Match-Tiebreak hieß es 6:2, 3:6, 10:5 für die niederländisch-kroatische Kombination.

Der Match-Tiebreak beendet ein starkes Doppel-Event

Direkt zu Beginn konnten Koolhof/Mektic den ersten Nadelstich setzen, erspielten sich bei Aufschlag Roger-Vasellin ein 15:40 und damit gleich drei Breakbälle. Den dritten verwandelte der Kroate mit einem starken Return. Nach zwölf Minuten war es ebenfalls der Kroate, der mit einem Zauber-Überkopfball nach Melzer-Lob für das erste echte Highlight sorgte.

Und auch beim Break zum 4:1 leitete Mektic die Vorentscheidung im ersten Durchgang ein: Erneut mit einem starken Return gegen Roger-Vasselin, den Koolhof am Netz veredelte. Nach knapp einer halben Stunde erschmetterte der Niederlände dann die Satzführung. Koolhof/Mektic hatten eine perfekte Quote zu Buche stehen, wenn der erste Aufschlag kam. In allen elf Fällen machten sie den Punkt.

Doch der 39-jährige Melzer und sein 36-jähriger Partner haben jahrzehntelange Erfahrung vorzuweisen, zeigten sich dementsprechend kaum geschockt. Stattdessen schlug die österreichisch-französische Kombination früh im zweiten Durchgang zurück, als Roger-Vasselin beim Breakball durch die Mitte erfolgreich war. Großer Jubel beim Franzosen, der zusätzlich von Melzer gepusht wurde. Kurz darauf sorgte der Österreicher, der seine Karriere bald beenden wird, für eine Slapstick-Aktion: Als ein Ball erst auf die Netzkante tropfte, schien der Österreicher mit dem Reflex zur Stelle zu sein - säbelte stattdessen aber einfach am Ball vorbei. 

Doch ansonsten lief es beim ÖTV-Profi und Roger-Vasselin, die nach einem Aufschlagwinner des Franzosen den Satzausgleich inne hatten. Der Match-Tiebreak musste also die Entscheidung über die 2020-Doppel-Finals-Sieger bringen. Zum sechsten Mal in zwölf Jahren.

Der Match-Tiebreak im Stenogramm (aus Sicht von Melzer/Roger-Vasellin)

1:0 Koolhof ist eigentlich der Mann des Ballwechsels - scheitert aber letztlich an der Netzkante.
1:1 Lob-Versuch von Roger-Vasselin, doch Mektic ist per Überkopfball zur Stelle.
1:2 Eine Rückhand von Koolhof ist derart tief gespielt, dass Melzer am Netz chancenlos ist.
1:3 Melzer/Roger-Vasselin sind gut im Ballwechsel, aber der Österreicher schlägt eine Rückhand zu flach. 
1:4 Ein irrer Round-the-Net-Passierball von Mektic.
2:4 Melzer mit einem großartigen Volley-Reflex.
3:4 Melzer mit einer temporeichen Vorhand von der Grundlinie, Koolhof hat am Netz das Nachsehen.
3:5 Ass Koolhof.
4:5 Doppelfehler Koolhof.
5:5 Mektic-Return ins Aus. Der Ausgleich.
5:6 Mektic am Netz hellwach, der Kroate vollendet durch die Mitte.
5:7 Aufschlagwinner Mektic.
5:8 Roger-Vasselin verzieht den Return.
5:9 Melzer mit einem starken Aufschlag, aber der Return von Mektic klatscht auf die Linie. Vier Matchbälle.
5:10 Doppelfehler Melzer.

Zum allerersten Mal in der 46-jährigen Geschichte der Finals feiern die neuen Champions Koolhof/Mektic mit dem Turniersieg zugleich den ersten gemeinsamen ATP-Titel überhaupt. Jürgen Melzer gratulierte fair: "Ihr wart das bessere Duo und seit die verdienten Sieger. Es war ein Höllenritt - und tut weh."

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(Bild (c) Imago Images / GEPA pictures)

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Adrian Rehling
am 22.11.2020 gepostet von:
Adrian Rehling
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Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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