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Der Bär schlagt zu! Medvedev ist der Beste der Besten

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22.11.2020|21:55 Uhr|von Adrian Rehling
Der Bär schlagt zu! Medvedev ist der Beste der Besten

Die Tennis-Welt hat einen neuen König. Daniil Medvedev holt den Titel beim Turnier der besten acht Stars der Saison. Das Endspiel gegen Dominic Thiem wird zu einer überaus unterhaltsamen Angelegenheit. Am Ende triumphiert Medvedev nach einem Dreisatz-Krimi mit 4:6, 7:6, 6:4.

Im Vorfeld träumte Thiem ein wenig von dem nächsten großen Titel in seiner Karriere: "Es würde mir so viel bedeuten, vor allem nach dem vergangenen Jahr, wo ich so nah dran war. Nahezu alle der ganz Großen haben hier gewonnen. Mich selbst auf diese Liste zu schreiben, wäre - nach dem US-Open-Sieg - die größte Sache, die ich erreicht habe."

Währenddessen sinnierte Medvedev der "Bär", so sein Spitzname, über das erste Aufeinandertreffen mit dem Österreicher: "Ich erinnere mich sehr gut, denn es war ein großartiges Match. Ich habe meinen Freunden davon erzählt, denn er war schon ein Superstar. Und Dominic hat mich zerstört. Ich habe mich verrückt verhalten, bestimmt zehnmal schlimmer als heute. Er hat mir danach gesagt: 'Du wirst eine gute Zukunft haben, aber du musst etwas ruhiger werden.'"

Durchaus trat der Russe in der Vergangenheit hin und wieder als Enfant terrible auf, doch diese Charaktereigenschaft scheint er mittlerweile komplett abgelegt zu haben. So auch in London, wo der Weltranglisten-4. einzig und allein mit seinen sportlichen Glanzleistungen auffiel. Vier Siege, vier Spiele, zuletzt Rafael Nadal aus dem Turnier befördert. Und nun im Endspiel? 

Glück beim Satzball - Thiem und Medvedev müssen beide schmunzeln

Da setzte er Dominic Thiem zu Beginn mächtig unter Druck. Den ersten Breakball des Russen wehrte die Nummer drei der Welt mit einer starken Aufschlag-Vorhandwinner-Kombi ab, den zweiten mit seinem zweiten Ass. Erst nach zehn Minuten hatte der ÖTV-Profi den 1:1-Ausgleich sicher. Knapp eine Viertelstunde später schlug der "Dominator" dann zum ersten Mal richtig zu, als er Medvedev ein 40:0 noch abnahm. Allerdings leitete es "Meddy" selbst ein, als er beim 40:30 einen vermeintlich leichten Überkopfball ins Netz setzte. Thiem ließ einen perfekten Vorhand-Stop folgen, ehe Medvedev beim Breakball einen Doppelfehler servierte. 

Es sollte bereits die entscheidende Szene im ersten Durchgang sein. Bis zum 5:4 hielt der Österreicher die Führung, hatte dann beim 40:30 den ersten Satzball. Und konnte sich auch des nötigen Glücks sicher sein, als eine Vorhand aus der Bedrängnis von der Netzkante ins Feld tropfte - unerreichbar für Medvedev. Der musste nach dem ersten Frust ebenso schmunzeln wie Thiem, der sich wiederum sofort entschuldigte. 

Medvedev im Tiebreak mit sieben (!) Punkten in Serie

Im zweiten Satz hatte "Domi" erneut die Chance auf das Break zum 3:2, als Medvedev eine Rückhand knapp seitlich verzog. Allerdings zeigte sich der Russe nervenstark und konterte mit einem Ass durch die Mitte. So auch im folgenden Aufschlagspiel, in dem der 24-Jährige einen von zwei Breakbällen erneut mit einem Ass durch die Mitte abwehrte. 4:3, alles weiter in der Reihe. Im Anschluss musste auch Thiem mal wieder etwas fighten, denn Medvedev sicherte sich mit einer erfolgreich abgeschlossenen 24-Schläge-Rallye den Breakball - doch der Österreicher vereitelte die Möglichkeit. Bis zum 6:6 blieb alles in der Reihe, der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Thiem legte ein 2:0 vor, ehe Medvedev richtig heiß lief. Sieben (!) Punkte holte sich der Russe in Serie und schaffte damit den Satzausgleich. Mit einem Ass - natürlich durch die Mitte - schlug er final zu.

Fortan war der Mann der Stunde wieder komplett auf seinem Level der Vortage. Oder sogar drüber. Im zweiten Aufschlagspiel Thiems ließ Medvedev zwar noch ein 0:40 und damit insgesamt drei Breakchancen liegen, kurz darauf war er aber mit der insgesamt sechsten Möglichkeit zum 3:2 erfolgreich. Verwandelt mit einer Rückhand-Vorhand-Volley-Kombination am Netz. Ein Break, das bereits die Vorentscheidung bedeuten sollte, denn beim eigenen Aufschlag ließ Medvedev überhaupt nichts mehr anbrennen. Nach 2:42 Stunden war der Triumph perfekt.

Daniil Medvedev ist damit der sechste Titelträger in den vergangenen sechs Jahren. So eine "Sieger-Vielfalt" gab es zuletzt in den 70er-Jahren, als Guillermo Vilas (Argentinien/1974), Ilie Nastase (Rumänien/1975), Manuel Orantes (Spanien/1976), Jimmy Connors (USA/1977), John McEnroe (USA/1978) und Björn Borg (Schweden/1979).

Die Titelträger von 2015 bis 2020

2015 = Novak Djokovic (Serbien)
2016 = Andy Murray (Großbritannien)
2017 = Grigor Dimitrov (Bulgarien)
2018 = Alexander Zverev (Deutschland)
2019 = Stefanos Tsitsipas (Griechenland)
2020 = Daniil Medvedev (Russland)

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(Bild (c) imago images / Xinhua)

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Adrian Rehling
am 22.11.2020 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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