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Halbfinale verpasst! „Kramies“ verlieren Tiebreak-Krimi

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19.11.2020|21:18 Uhr|von Björn Walter
Halbfinale verpasst! „Kramies“ verlieren Tiebreak-Krimi

Siegen oder fliegen – das war auch das Motto im entscheidenden Gruppenspiel von Andreas Mies und Kevin Krawietz. Leider ohne Happy End für die zweifachen French-Open-Champions. Das deutsche Spitzendoppel musste sich nach einem spannenden Match mit 6:7 (5), 7:6 (4), 4:10 der amerikanisch-britischen Kombo Rajeev Ram und Joe Salisbury geschlagen geben.

Bitter und unnötig! Denn Krawietz und Mies hatten genug Chancen, um erstmals ins Halbfinale der ATP Finals einzuziehen. Vor allem der Verlust des ersten Durchgangs tat weh. Beim Stand von 5:4 ließen „Kramies“ zwei Satzbälle bei eigenem Aufschlag ungenutzt. Erst leistete sich Krawietz einen Doppelfehler, dann verschlug Mies eine freie Rückhand aus dem Halbfeld, nachdem sein Partner drei Überkopfbälle nicht verwerten konnte.

Krawietz und Mies patzen beim Satzball

Dass am heutigen Donnerstag das Fortune nicht auf Seiten der DTB-Profis war, wurde auch im folgenden Tiebreak deutlich. Ein weiterer Doppelfehler von Kevin Krawietz beim Stand von 5:5 beantworte Salisbury mit einem Ass zum Satzgewinn.

Dabei lief es zunächst rund für die Nummer drei der Setzliste. Während Krawietz erneut sehr solide returnierte, war auch Mies beim Rückschlag eine Bank. Ein herrlicher Rückhand-Return des 30-jährigen Kölners hatte das Erfolgsgespann 2:1 mit dem Break in Führung gebracht. Trotz des sofortigen Rebreaks gingen die beiden Deutschen erneut in Front, ehe die Doppelfehler zur Unzeit sie um den verdienten Lohn brachten.

Tiebreak-Wahnsinn in London

Die Körpersprache blieb dennoch positiv. Krawietz und Mies ließen zwar auch zu Beginn des zweiten Durchgangs drei Breakchancen aus, der Glaube an den Sieg war aber auch danach jederzeit spürbar. Salisbury und Ram servierten nun allerdings so stark, dass die Aufschlagspiele auf beiden Seiten sehr glatt über die Bühne gingen. Selbst eine Fehlentscheidung von Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani, der einen Rahmenball von Krawietz fälschlicherweise als zwei Mal aufgesprungen bewertet hatte, brachte die amtierenden Australian-Open-Champions nicht aus dem Konzept.

Im Tiebreak des zweiten Durchgangs half Salisbury allerdings kräftig mit. Erst verlor der Brite bei einem Netzreturn von Kevin Krawietz die Orientierung, dann setzte er den entscheidenden Volley ins Netz – Satzausgleich! Der Einzug ins Halbfinale war wieder zum Greifen nah, doch im Champions-Tiebreak verloren „Kramies“ zu schnell den Anschluss. Ram spuckte den beiden Deutschen in die Suppe. Mit grandiosen Reflexen war der US-Amerikaner der entscheidende Faktor in diesem umkämpften Doppel.

Der Match-Tiebreak im Stenogramm

0:1 Mies-Return von Netzkante knapp seitlich ins Aus.
1:1 Mies bärenstarker Reflex am Netz.
1:2 Guter Aufschlag Krawietz, Mies-Volley knapp hinter die Grundlinie.
1:3 Salisbury mit starkem ersten, Krawietz beim Return chancenlos.
1:4 Erneut guter Aufschlag Salisbury, Mies mit Return ins Netz.
2:4 Ram eigentlich der überzeugende Mann des Ballwechsels, aber Mies holt den Punkt.
2:5 Mies scheitert mit Serve-and-Volley am Netz.
2:6 Ram-Aufschlagwinner 1.
2:7 Ram-Aufschlagwinner 2.
3:7 Mies macht sich nach gutem Krawietz-Aufschlag beim Volley lang und vollendet.
4:7 Gleiche Kombi nochmal: Guter Krawietz-Service, Mies vollstreckt.
4:8 Krawietz will Salisbury-Aufschlag kontern, verzieht Return um ein paar Zentimeter.
4:9 Ram verwandelt eiskalt per Volley. Fünf (!) Matchbälle.
4:10 Überragender Ram-Return auf eigentlich starken Aufschlag von Mies.

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(Bild © imago images / Paul Zimmer)

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Björn Walter
am 19.11.2020 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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