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So (gut) funktioniert der Videobeweis im Tennis

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24.11.2020|12:00 Uhr|von Björn Walter
So (gut) funktioniert der Videobeweis im Tennis

Im Fußball ist der Videobeweis ein Politikum. In US-Sportarten wie American Football ist er seit Jahren ein akzeptierter Bestandteil des Spiels. Nun wird der Videobeweis auch vermehrt im Tennis eingesetzt. Was beim ATP Cup im Januar bereits zu sehen war, ist in der vergangenen Woche bei den ATP Finals auf großer Bühne mehrfach zum Einsatz gekommen.

„Wir haben beim ATP Cup 2020 und den Next Gen ATP Finals in den letzten Jahren gesehen, dass es funktioniert. Deshalb haben wir den Videobeweis nun auch bei unserem Flaggschiff-Event, den ATP Finals, eingesetzt“, erklärte ATP Chief Tour Officer Ross Hutchins.

Die Technik verdrängt langsam das menschliche Auge

Im Gegensatz zum Saisonstart in Australien wurde der sogenannte VAR in London allerdings nicht zur Überprüfung der Linien genutzt. Diese Aufgabe übernahm in der britischen Hauptstadt erstmals das elektronische Hawk-Eye, welches die menschlichen Linienrichter fehlerfrei vertrat und womöglich zum tragfähigen Dauermodell für die Zukunft wird.

Dies könnte auch für den Videobeweis gelten, der von den Spielern mehrfach erfolgreich eingesetzt wurde. Bei Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani dürfte die Freude über den technischen Fortschritt jedoch etwas getrübt sein. Schließlich wurde eine Fehlentscheidung des schwedischen Unparteiischen vom Videobeweis aufgedeckt.

Videobeweis führt Mohamed Lahyani einmal aufs Glatteis

Beim Halbfinalaus von Kevin Krawietz und Andreas Mies hatte er einen Rahmenball des 28-jährigen Coburgers fälschlicherweise als zwei Mal aufgesprungen gewertet. Dafür lag Alexander Zverev mit seinem Einspruch daneben. Im entscheidenden Gruppenmatch gegen Novak Djokovic hatte der Ball bereits zwei Mal den Boden berührt, ehe „Sascha“ die Kugel übers Netz beförderte – hier saß Lahyani ebenfalls auf dem Stuhl. Auch Champion Daniil Medvedev gönnte sich im Endspiel eine Befragung des VAR – ebenso wie bei Zverev ohne Erfolg.

Laut ATP-Regelwerk ist es den Spielern gestattet, den Videobeweis genau dann einzusetzen, wenn es sich um vermeintliche Doppelschläge und weitere enge Entscheidungen dieser Art handelt. Wir meinen: Insgesamt eine gute Neuerung, die das Spiel fairer macht, solange die Profis die Review-Möglichkeit nicht taktisch missbrauchen. Für die Zuschauer am Bildschirm wäre eine noch detailliertere Auflösung der jeweiligen Situationen wünschenswert. Nachteil: Die Emotionen bei den Spielern werden durch das elektronische Hawk-Eye und den VAR teilweise im Keim erstickt.

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(Bild © imago images / Collage Cordon Press/Miguelez Sports / GEPA pictures)

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Björn Walter
am 24.11.2020 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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