Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

Unbändiger Wille: Darum ist Siegemund die Siegerin des Jahres

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
29.11.2020|11:45 Uhr|von Dennis Ebbecke
Unbändiger Wille: Darum ist Siegemund die Siegerin des Jahres

Ob Corona-Krise, Rückenprobleme oder die Pariser Kälte im Oktober: Kaum einer anderen Spielerin gelang es in diesem außergewöhnlichen Jahr 2020 so eindrucksvoll, sämtlichen Widerständen zu trotzen. Laura Siegemund siegte und schrieb deutsche Tennis-Geschichte. Wir blicken zurück auf ihren Doppel-Titel bei den US Open und ihren Viertelfinal-Einzug bei den French Open.

"Ich bin ziemlich enttäuscht jetzt. Aber ich werde bald stolz sein auf das, was ich geleistet habe", erklärte Siegemund nach ihrem Aus in der Runde der letzten Acht von Roland Garros. Spätestens jetzt, zum Ausklang des Jahres, ist es an der Zeit, diese Worte aufzugreifen und - nicht nur durch die schwarz-rot-goldene Brille - voller Stolz die Leistungen der 32-Jährigen Revue passieren zu lassen.

Siegemund & Zvonareva: Unverhofft kommt oft

Zur Erinnerung: Vor wenigen Jahren deutete noch vieles darauf hin, dass die DTB-Spielerin aus Baden-Württemberg ihre Karriere verletzungsbedingt beenden müsste. Ein Kreuzbandriss warf sie damals meilenweit zurück. Doch Siegemund kämpfte sich zurück und wurde 2020 mit großen Erfolgen belohnt. Während einige andere Tennisspielerinnen ob der Widrigkeiten des Corona-Jahres haderten, blieb sie ganz bei sich und zeigte, dass sie sich mit den Folgen der Corona-Krise auf den Courts dieser Welt mit am besten arrangierte.

Dass Laura bei den US Open im Einzel bereits in der ersten Runde an Elise Mertens scheiterte, war für sie im ersten Moment zwar eine Enttäuschung, doch konnte sie sich so voll und ganz auf die Doppel-Konkurrenz konzentrieren. An der Seite von Vera Zvonareva marschierte sie durchs Turnier, revanchierte sich im Viertelfinale an Mertens (Doppel-Partnerin von Sabalenka) und triumphierte im Endspiel in zwei Sätzen gegen Melichar/Xu. Es war der erste Erfolg im Damen-Doppel bei den US Open mit deutscher Beteiligung seit 1985, als Claudia Kohde-Kilsch und Helena Sukova als "Twin Towers" Geschichte geschrieben hatten.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Laura Siegemund (@laurasiegemund)

Bemerkenswert: Nie zuvor waren Siegemund und Zvonareva gemeinsam bei einem Turnier angetreten. Ein schöneres Debüt hätte sich wahrlich niemand ausmalen können. "Das sind diese großen Momente, von denen man immer träumt. Dafür spielst du, dafür machst du das alles", so Siegemund rund vier Jahre nach ihrem ersten US-Open-Titel 2016 im Mixed an der Seite von Mate Pavic.

Allen Widrigkeiten zum Trotz: Lauras Lauf in Paris

Dass sie Mixed wissen wir also schon lange. Dass sie Doppel kann, haben wir nun ebenso gesehen. Und nur einen Monat nach ihrem glorreichen Sieg in Flushing Meadows wurden wir in Paris Zeuge, zu welch großartigen Auftritten Siegemund auch im Einzel fähig ist. Das traditionelle Grand-Slam-Turnier fand coronabedingt nicht wie üblich im Frühjahr, sondern diesmal im kühlen französischen Herbst statt. Lauras Gegnerinnen bibberten aufgrund der kalten Temperaturen - und zitterten vor der Deutschen, die sich viel vorgenommen hatte.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Laura Siegemund (@laurasiegemund)

Mladenovic, Görges, Martic, Badosa: Sie alle fanden gegen die 32-Jährige kein Mittel, die die Herausforderung "Roland Garros im Herbst" eindrucksvoll angenommen hatte. Auch sie liebte die Bedingungen nicht und vermisste die Zuschauer. Doch Siegemund fand den richtigen Mix aus Trotz und Spielfreude, gepaart mit der für sie typischen Selbstkritik. Dass sie ihr Viertelfinale gegen Petra Kvitova letztlich deutlich mit 3:6, 3:6 und einem Doppelfehler zum Schluss verlor, passte da nicht ganz ins Bild. Allerdings gab und gibt es keinen Grund, sich dafür zu entschuldigen. Im Gegenteil: Siegemund hat unseren und ihren Tennis-Herbst bereichert.

Ein Vorbild für die Stars von morgen

Was bleibt? Ihr erster Grand-Slam-Sieg im Doppel. Ihr größter Einzel-Erfolg bei einem Major. Die Rückkehr in die Top 50 der WTA-Weltrangliste. Und die Erkenntnis, dass mit der richtigen Einstellung und dem nötigen Willen alles möglich ist. Mehr denn je ist Laura Siegemund ein Vorbild für die Stars von morgen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Tennis-Point (@tennis_point_official)

(Bild © imago images / ZUMA Wire)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Dennis Ebbecke
am 29.11.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

» Zu den Beiträgen von Dennis Ebbecke