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Diese Regeländerungen dürfen gerne bleiben

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06.12.2020|12:00 Uhr|von Henrike Maas
Diese Regeländerungen dürfen gerne bleiben

Die Saison 2020 war aus vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Die globale Corona-Pandemie hat auch die Tenniswelt zunächst zum Stillstand gebracht und dann zu massiven Anpassungen gezwungen. Meist ohne Fans, ganz reduziert war es so zumindest möglich, dass überhaupt wieder gespielt werden konnte. Alle sind daher froh, wenn sich im Laufe des nächsten Jahres die (Tennis)Welt wieder in Richtung Normalität bewegen kann. Es gibt allerdings ein paar Änderungen, die es wert wären, auch in Zukunft zu behalten. 

Ballkinder kümmern sich nur noch um die Bälle

Wie etwa die Boxen oder Halter, die die Ballkinder davon befreien, den Profis die Handtücher hinterhertragen zu müssen. Die Diskussion darum, ob die Ballkinder diesen Job machen sollen oder nicht, ist keine neuer Streitpunkt. Schon lange haben sich viele verärgert darüber gezeigt, dass die Ballkinder die verschwitzen und beschmierten Handtücher der Profis anfassen müssen. Denn hygienisch zumindest fragwürdig war das auch schon vor dem Eintreten der globalen Corona-Pandemie und der daraus resultierenden besonderen Aufmerksamkeit für Hygienemaßnahmen. Da sich nun mit den Handtuchboxen oder Haltern am Seitenrand der Tenniscourts ein System gefunden hat, das auch für den Normalbetrieb eine Lösung anbietet, sollte den Ballkindern diese Aufgabe auch zukünftig erspart bleiben.

Umverteilung des Preisgeldes

Auch die Diskussion um die Verteilung des Preisgeldes ist im Tennis nicht neu. Schon seit Jahren ist bekannt, dass gerade die Profis mit den schlechteren Rankings, die öfter früh ausscheiden, ab einer bestimmten Schwelle von ihrem Job nicht mehr wirklich leben können. Die Kosten, den Tenniszirkus zu bereisen und z.B. einen Trainer oder Physio zu bezahlen, werden nicht von den Einnahmen gedeckt. Dabei ist aber gerade eine dauerhafte Trainingsbetreuung für den Erfolg wichtig. Ein Teufelskreis, der in der Corona-Pandemie aufgrund der vielen ausgefallenen Turniere nur noch deutlicher wurde. So deutlich, dass viele Events in diesem Jahr gegensteuerten. Trotz einer teilweise massiven Reduktion des Gesamtpreisgeldes gab es besonders in den ersten Runde der Turniere mehr zu verdienen als üblich. Das Preisgeld wurde schlicht umverteilt, weg von den späteren Runden hin zu den früheren Runden. So sollte die Akteure, die früher aus einem Turnier ausschieden, trotzdem ein halbwegs solides Einkommen haben. Eine Anpassung, die auch in Zukunft übernommen werden sollte. Denn ob man im Finale mit 400.000 Euro oder "nur" mit 300.000 Euro nach Hause geht, macht keinen so existentiellen Unterschied wie der Umstand, auch nach einer Niederlage in der ersten Runde nicht mehr draufzuzahlen.

Video Review und Hawk-Eye Live

Weitere sinnvolle Anpassungen gab es auch im Bereich der Schiedsrichterentscheidungen. So war es beim ATP Cup wie auch zum ersten Mal bei den ATP Finals möglich, ein sogenanntes "Video Review" bestimmter Situation anzufordern. Ähnlich wie bei der Videoüberprüfung von Linienentscheidungen kann man mit der Video Review bestimmte Schiedsrichterentscheidungen, wie z.B. ob ein Ball vor dem Schlag schon zweimal aufgekommen ist ("not-up"), überprüfen lassen. Ein logische Erweiterung, um zukünftig alle Entscheidungen über Punkte zumindest überprüfbar zu machen. 

Überhaupt stand das Hawk-Eye dieses Jahr stark im Fokus. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen verzichteten besonders die Hartplatzturniere fast durchweg auf Linienrichter und setzten stattdessen vollständig auf eine rein elektronische Linienüberwachung - das "Hawk-Eye Live". Etwas, dass diverse Fans und Profis gerne auch dann sehen würden, wenn die Tour wieder in die Normalität zurückkehrt. Doch hat der reine Einsatz von "Hawk-Eye Live" (noch) seine Tücken. So ist auf Sand aufgrund verschiedener technischer Schwierigkeiten noch nicht mal die punktuelle elektronische Überprüfung offiziell etabliert. Hier wäre eine Einführung von Hawk-Eye Live also nicht so schnell umsetzbar. Auch ist das Hawk-Eye eine sehr teure Investition, die besonders für kleine Turniere eine Herausforderung darstellt. Noch zu viele Unsicherheiten und Ungleichheiten, sodass nicht zu erwarten ist "Hawk-Eye Live" zeitnah flächendeckend bei den Turnieren zu sehen. Dass sich die Offiziellen im Tennis in Zukunft aber mit einer klaren Regelung für die elektronische Überwachung auseinandersetzen müssen, steht - auch im Sinne der Entwicklung des Tennissports - außer Frage.

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(Bild © Jürgen Hasenkopf)

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Henrike Maas
am 06.12.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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