Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

Einer, der sich (ganz allein) hochgearbeitet hat

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
19.02.2021|09:45 Uhr|von Adrian Rehling
Einer, der sich (ganz allein) hochgearbeitet hat

Daniil Medvedev sorgte in der dritten Runde der Australian Open vielleicht für die Szene des Turniers. Der Russe, als Favorit in die Partie gegangen, tat sich gegen Filip Krajinovic schwer. Auch mit sich selbst. Also schickte er kurzerhand einfach seinen Trainer aus dem Stadion. Ein Kauz, sagen einige. Ein Genie, wiederum andere.

Am 25-jährigen Russen schieden sich lange Zeit die Geister. Eben, weil er nicht zu der Art von Profi gehört, die aalglatt ist. Sagte auch Boris Becker so vor dem Halbfinale gegen Stefanos Tsitsipas (ab 9.40 Uhr live bei DAZN und Eurosport): "Ich mag ihn an. Und find es gut, wenn man seine Persönlichkeit - auch auf dem Platz - zur Schau bringt. Daniil ist anders."

Anders - aber auch einfach gut. Selbst jetzt, als Nummer vier der Welt, lief Medvedev im Vorlauf der Australian Open unter dem Radar, wenn es um die Favoriten auf den ersten Grand-Slam-Titel des Jahres ging.

Ohne Trainer, ohne Physio, ohne Begleitung - "Lass mich doch einfach spielen"

Eine Ausgangssituation, die ihm irgendwie zusagt. Denn Medvedev ist niemand, der bereits als Youngster groß angepriesen wurde, sondern einer, der sich seinen Weg ganz allein geebnet hat. Bestes Beispiel der Young-Gun-Wettbewerb eines Tennis-Ausstatters im Jahr 2016. Ausgeschrieben waren 50.000 US-Dollar - natürlich nur für den Sieger.

So musste sich Daniil Medvedev mit Gregoire Barrere (Frankreich), Mitchell Krueger (USA) und Omar Jasika (Australian) messen. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Courts. Denn in das Ranking gingen sowohl die sportlichen Ergebnisse - als auch ein Social-Media-Ranking ein. 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Medvedev Daniil (@medwed33)

Sportlich überzeugte der Russe. Zum Beispiel am Hamburger Rothenbaum, als er sich durch die Quali kämpfte, dann im Hauptfeld Jan-Lennard Struff in einem Krimi bezwang und (bei der Niederlage) gegen Daniel Gimeno Traver begeisterndes Tennis zeigte. Und dem heutigen myTennis-Redakteur auf herrlich lockere Art und Weise Rede und Antwort stand. Bezüglich der Social-Media-Aktivitäten machen einem Daniil Medvedev ohnehin nur wenige Profis etwas vor. Seine meist flapsige, teils kauzige Art kommt einfach an.

Also sicherte er sich die 50.000 Dollar-Prämie, über die der damalige Youngster noch gesagt hatte: "Du kannst einiges mit so viel Geld machen: Einen Physio für einige Wochen verpflichten, eine weitere Person zum Team dazuholen. Das Geld würde mir so früh in meiner Karriere einiges bringen." In Hamburg reiste er zum Beispiel komplett alleine an. Kein Trainer, kein Physio, kein Freund an der Seite. Nur Medvedev.

Denn er ist einer, der sich gerne einfach autark bewegt. So deutlich zu hören in der eingangs erwähnten Trainer-raus-Nummer gegen Krajinovic. Da sagte Medvedev im besten Französisch: "Lass mich doch einfach spielen." Ließ sein Trainer ihn - und dabei heraus kam dann ein 6:0 im fünften Satz. Einfach ein verrückter Typ. Der anders ist.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Tennis-Point (@tennis_point_official)

(Bild (c) imago images / Paul Zimmer)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Adrian Rehling
am 19.02.2021 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

» Zu den Beiträgen von Adrian Rehling