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Der "Shaker" wird 45: Vom Profi zum Macher

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25.04.2021|10:05 Uhr|von Dennis Ebbecke
Der "Shaker" wird 45: Vom Profi zum Macher

Er gehörte nicht zu den Tennisspielern, die ihre Siege auf dem Platz mal eben so aus dem Ärmel geschüttelt haben, wenngleich er bis heute auf den Spitznamen "Shaker" hört. Obwohl mit einem außerordentlichen Talent gesegnet, entsprach es immer dem Naturell des gebürtigen Korbachers, mehr zu tun als andere. Ausgestattet mit einem großartigen Kampfgeist spielte sich Rainer Schüttler 2004 bis auf Platz fünf der Weltrangliste hoch. Dieses Karriere-High war nicht der einzige wichtige Verdienst für das (deutsche) Tennis - auf die Beine gestellt von dem Mann, der am Sonntag 45 Jahre alt geworden ist.

Ob als Spieler, Coach oder Ausrichter von Turnieren: Schüttler hat sein Leben dem Tennis verschrieben und einst einen Satz geprägt, den insbesondere die schwarz-rot-goldenen Fans gerne gehört haben: "Ich will im deutschen Tennis etwas bewegen." Dieser Satz stammt aus der Zeit, als Schüttler gemeinsam mit Ion Tiriac 2013 die Turnierlizenz für Düsseldorf erwarb. Doch auch schon davor und danach (bis heute wohlgemerkt) hat der "Shaker" vieles bewegt. Ein Blick zurück auf seine größten Verdienste.

Die Anfänge des Rainer Schüttler

Im Jahr 1995 feierte Schüttler sein Profi-Debüt. Mit einer Größe von 1,80 Metern galt er vielleicht nicht als Aufschlagriese, schaffte es allerdings, mit anderen Stärken auf sich aufmerksam zu machen. Sein Grundlinienspiel und seine intensive Beinarbeit stellten nahezu jeden Gegner vor eine schwierige Aufgabe - mit Ausnahme von Robin Söderling, der Schüttler viele Jahre später beim World Team Cup eine "Brille" verpassen sollte. Spaß beiseite: Wer gegen Schüttler gewinnen wollte, musste in der Regel Vollgas geben, denn der "Shaker" schenkte niemandem etwas.

Schüttler kann auf je vier ATP-Titel im Einzel und Doppel zurückblicken. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1999, als er in Doha Tim Henman in drei Sätzen bezwingen konnte. Seine sportlich bedeutendste Zeit erlebte der Hesse nach der Jahrtausendwende - mit Turniersiegen in Shanghai, Tokio und Lyon, der Olympischen Silbermedaille 2004 in Athen (im Doppel mit Nicolas Kiefer an seiner Seite) und insbesondere zwei Grand-Slam-Auftritten.

Melbourne-Finale, Karriere-High, Olympia-Silber

Bei den Australian Open 2003 erreichte der an #31 gesetzte Deutsche sensationell das Finale, nachdem er unter anderem namhafte Stars wie David Nalbandian oder Andy Roddick ausgeschaltet hatte. Im Endspiel traf der Mann, den man auf dem Court sofort an seinem verkehrt herum getragenen Cap ausmachen konnte, auf "Paradiesvogel" Andre Agassi. Auch wenn der US-Amerikaner seinem Widersacher an diesem Tag keine Chance gab (6:2, 6:2, 6:1), hat Schüttler mit seinem Durchmarsch deutsche Tennisgeschichte geschrieben. Ein Jahr später avancierte er zur Nummer fünf der Weltrangliste und überraschte vier weitere Jahre später (2008) in Wimbledon. Der "Shaker" drang bis ins Halbfinale des Majors vor, scheiterte dort an keinem Geringeren als Rafael Nadal.

Nachdem sich Schüttler im Oktober 2012 von der große Tennisbühne verabschiedet hatte, blieb er dem Tennis auf nachhaltige Art und Weise treu. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Als Trainer betreute er den Litauer Ricardas Berankis, Janko Tipsarevic und von November 2018 an Deutschlands Nummer eins im Damen-Tennis, Angelique Kerber. Auch wenn die Zusammenarbeit nur ein gutes halbes Jahr hielt: Schüttler hat sich den Ruf eines Experten erarbeitet, auf dessen Erfahrung seit 2020 auch das deutsche Fed-Cup-Team baut. Als Kapitän der schwarz-rot-goldenen Mannschaft ist der 45-Jährige ein großer Gewinn.

Vom Spieler zum Macher

Bekannt für seine Verlässlichkeit, gelang es Schüttler, diverse Projekte mit ins Leben zu rufen und Tennistalenten eine Heimat, eine Anlaufstelle zu geben. Beispiele gefällig? 2010 gründete er die Alexander Waske die "Schüttler Waske Tennis-University", an der er heute allerdings nicht mehr beteiligt ist. Dem einstigen Weltklassespieler ist es ein Anliegen, diesen Sport zu fördern und Projekte anzustoßen - auch wenn er dafür hin und wieder selbst in Vorleistung gehen musste. Nein, den Weg vom Profispieler zum Macher hat der "Shaker" nicht mal eben so aus dem Ärmel geschüttelt - er hat ihn sich hart erarbeitet. Happy Birthday und bleib' gesund, lieber "Shaker"!

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(Bild © IMAGO / Paul Zimmer)

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Dennis Ebbecke
am 25.04.2021 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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