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Kohlschreiber mit dem Paukenschlag gegen Karatsev

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03.06.2021|15:30 Uhr|von Christian Schwell
Kohlschreiber mit dem Paukenschlag gegen Karatsev

Der 37-jährige Philipp Kohlschreiber (ATP 132) hat für eine Riesenüberraschung gesorgt und in Runde zwei der French Open gegen Australian-Open-Halbfinalisten Alsan Karatsev (ATP 26) gewonnen. Der Routinier setzte sich dabei sogar überraschend deutlich mit 6:3, 7:6(4) 4:6, 6:1 durch.

Kohlschreiber macht wie gegen Verdasco weiter

In Runde eins hatte Kohlschreiber im Altmeister-Duell gegen Fernando Verdasco mit einem Viersatzsieg überzeugt, heute machte er dort weiter, wo er gegen den Spanier aufgehört hatte. In einer zunächst ausgeglichenen Partie, setzte er mit einem Break zum 4:2 einen ersten Nadelstich, anschließend transportierte er die Führung souverän zum 6:3. Karatsev, bisher zweifellos der Aufsteiger des Jahres 2021, hatte sich bis dahin zwar nur diese eine kurze Blöße gegeben, selbst aber ohne jede Chance auf ein eigenes Break agiert. 

Im zweiten Durchgang drehte der Russe, der mit seinem kompromisslosen Power-Tennis in diesem Jahr schon so viele hochklassige Gegner geschlagen hat, dann deutlich auf. Die Aufschlagspiele Kohlschreibers wurden zunehmend enger, ein Break wollte Karatsev aber trotz aller Bemühungen weiterhin nicht gelingen. Den Frust darüber arbeitete der Russe an seinem Schläger ab, das brachte das Ende für das Schlaggerät und eine Verwarnung für Karatsev.    

In Satz zwei rennt Karatsev weiter erfolglos gegen Kohlschreiber an

Auch dieser Gefühlsausbruch der Nummer 26 der Weltrangliste änderte die Gemengelage in Satz zwei aber nicht entscheidend. Karatsev unterliefen im Bemühen, Kohlschreiber direkt mit dem Return unter Druck zu setzen, gerade in den entscheidenden Situationen zu oft direkte Fehler. Der Deutsche dagegen behielt die Nerven, ließ sich auch beim Stand von 4:5 und 30-30 durch eine Verwarnung wegen Zeitüberschreitung mit anschließender Diskussion nicht aus der Bahn werfen und hielt sein Service gegen den drohenden Satzverlust. Und auch, als er wenig später bei 5:6 zwei Satzbälle Karatsevs entschärfen musste, beackerte die aktuelle Nummer 132 der Welt den Russen mit der Erfahrung aus 20 Profi-Jahren erfolgreich und geduldig von der Grundlinie und forcierte so eine Entscheidung im Tiebreak. 

Karatsev wirkte jetzt schon etwas zermürbt von seinem zwei Sätze lang andauernden erfolglosem Anrennen. Kohlschreiber dagegen witterte seine Chance im Tiebreak. Und nutze sie dann auch, obwohl der Australian-Open-Halbfinalist nach 2-5-Rückstand noch einmal bedrohlich nahe auf 4-5 herankam. Einer der vielen Vorhand-Return-Fehler Karatsevs sorgte dann aber für Kohlschreibers 7:4 und die doppelte Satzführung.  

Karatsev kann Kohli nur einen Satz lang ausbremsen

Der Favorit verließ in der Satzpause samt Tennistasche den Court, sicherlich nicht nur, um sich umzuziehen, sondern auch um den Rhythmus des Gegners irgendwie zu unterbrechen. Ob dies Wirkung zeigte oder aber dem 37-jährigen Kohlschreiber zu diesem Zeitpunkt langsam einfach die Kräfte schwanden - auf jeden Fall musste er in Satz drei dann erstmals im Match einen Aufschlagverlust hinnehmen und verlor den Durchgang mit 4:6.

Wer jetzt aber mit der kompletten Wende und einem Einbruch des Deutschen gerechnet hatte, wurde von Kohlschreiber eines Besseren belehrt. Der schlug nämlich - ohne Zeit zu verlieren - zurück und ging in Satz vier sofort mit 4:0 in Führung. Der im dritten Satz mühsam aufgebaute Wind unter den Segeln Karatsevs erwies sich als laues Lüftchen, der zehn  Jahre jüngere und mehr als 100 Weltranglistenplätze besser platzierte Spieler hatte den jetzt furios aufspielenden Kohlschreiber einfach nichts mehr entgegenzusetzen. Nach knapp über drei Stunden Spielzeit konnte der seinen wohl von den wenigsten erwarteten Einzug in die dritte Runde bejubeln. 

Die bisherigen Herren-Ergebnisse des Tages

Philipp Kohlschreiber - Karatsev (Russland) 6:3, 7:6, 4:6, 6:1
Berrettini (Italien) - Coria (Argentinien) 6:3, 6:3, 6:2
Kwon (Südkorea) - Seppi (Italien) 6:4, 7:5, 7:5
Schwartzman (Argentinien) - Bedene (Slowenien) 6:4, 6:2, 6:4
Ymer (Schweden) - Monfils (Frankreich) 6:0, 2:6, 6:4, 6:3
Musetti (Italien) - Nishioka (Japan) 7:5, 6:3, 6:2 
Sinner (Italien) - Mager (Italien) 6:1, 7:5, 3:6, 6:3

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 (Bild © IMAGO / Hasenkopf)

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Christian Schwell
am 03.06.2021 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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