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Grandiose Aufholjagd: Djokovic holt den French-Open-Titel

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13.06.2021|19:24 Uhr|von Dennis Ebbecke
Grandiose Aufholjagd: Djokovic holt den French-Open-Titel

Die Jagd nach der 19 war erfolgreich! Novak Djokovic hat das Finale der French Open 2021 am Sonntag nach einer grandiosen Aufholjagd gegen Stefanos Tsitsipas gewonnen und ist damit in Sachen Grand-Slam-Titeln an Rafael Nadal und Roger Federer (je 20 Titel) herangerückt. Für den "Djoker" war es die Veredelung seines Halbfinalerfolges über den "King of Clay" am vergangenen Freitag. Der Serbe bezwang den Griechen nach 0:2-Satzrückstand in 4:11 Stunden mit 6:7 (6), 2:6, 6:3, 6:2, 6:4.

Für viele Tennis-Fans weltweit hatte bereits das Halbfinale zwischen den Legenden Djokovic und Nadal Final-Charakter, für einige war es sogar das vorweggenommene Endspiel. Die Realität sollte allerdings eine andere sein. Insbesondere Tsitsipas ging mit dem Ziel ins (echte) Finale, sämtliche Skeptiker eines Besseren zu belehren. Der Grieche wollte der Welt in seinem ersten Grand-Slam-Finale überhaupt zeigen, dass die Wachablösung in vollem Gange ist. Und der Beginn des Matches bei herrlichem Wetter auf Court Philippe-Chatrier entsprach sämtlichen Anforderungen eines Major-Showdowns ...

Bereits das erste Aufschlagspiel des 22-Jährigen dauerte sieben (!) Minuten und gab Anlass zur Hoffnung auf ein episches Duell - anders als das French-Open-Finale 2020, in dem "Rafa" mit dem "Djoker" kurzen Prozess gemacht hatte. Acht Monate später sahen die 5.000 Zuschauer in Paris von Beginn an ein Final-Duell auf Augenhöhe. Tsitsipas begann enorm aufschlagstark, servierte im ersten Satz sieben Asse. Zum Vergleich: Im gesamten Halbfinale gegen Zverev über fünf Sätze hatte er "nur" acht Asse geschlagen.

Erster Satz: Schrecksekunde und packendes Finish

Mitte des Satzes gab es eine Schrecksekunde. Bei 3:3 stürzte der Serbe bei dem Versuch, einen Gegenstopp zu erlaufen. Mit ein bisschen Glück und dank seines geschickten Abrollens konnte der 34-Jährige jedoch Schlimmeres verhindern.

Bei 5:4 kam Tsitsipas dann zu seiner ersten Breakchance, die gleichbedeutend mit einem Satzball war. Der Champion von 2016 musste nun sein bestes Tennis aufbieten - und tat genau das mit einer unfassbaren Rally, mit der er sich befreien konnte. Danach holte er das Break, konnte dieses jedoch nicht bestätigen. Die Folge: Tiebreak. Bereits in dieser noch frühen Phase des Matches offenbarte der Weltranglistenerste leichte körperliche Probleme, die viel mit dem Power-Tennis seines Gegenübers zu tun hatten.

Doch der "Djoker" wäre nicht der "Djoker", würde er sich nach einem 0:4-Rückstand im Tiebreak hängen lassen. Er kam zurück und hatte sogar selbst Satzball. Jetzt kochten die Emotionen erstmals über, denn die beiden präsentierten Tennis vom Feinsten - mit dem besseren Ausgang für Tsitsipas, der gegen den erfahrenen Belgrader erstaunlich cool die Satzführung holte.

Zweiter und dritter Satz: Wechselbad der Gefühle

Der erste Satz war nicht nur finalwürdig, sondern warf auch die Frage auf, wie sich diese ersten 75 Minuten noch steigern lassen. Die Antwort gab der Youngster aus Athen, der unbeirrt seinen Weg fortsetzte, nach seinem ATP-Finals-Triumph 2019 das nächste Karriere-Highlight zu setzen. Tsitsipas holte sich das schnelle Break zum 1:0 und stellte "Nole" direkt vor noch größere Herausforderungen. Diesen war der 34-Jährige im zweiten Satz allerdings nicht gewachsen, weil Tsitsipas nichts zuließ.

Wird er dieses Niveau auch im dritten Satz in Folge halten können oder wird er irgendwann über seine große Chance nachdenken? Diese Frage stellte sich die Tennis-Welt während der Minuten, in denen Djokovic den Platz kurzfristig verlassen hatte. Mit einem neuen, roten Shirt kehrte der Superstar zurück und hinterließ auch auf dem Court einen deutlich frischeren Eindruck als zuvor im zweiten Satz. Auch wenn Tsitsipas sensationell verteidigte, musste er das Break zum 1:3 hinnehmen. Dem Youngster war jetzt anzumerken, dass das "Nole"-Comeback etwas mit ihm machte.

Vierter und fünfter Satz: Djokovic dreht das Finale

Dieses Comeback setzte sich im vierten Satz fort. Das berühmte Momentum wechselte von der einen auf die andere Seite. Nun war es Tsitsipas, der körperlich zu kämpfen hatte und sogar einen Physiotherapeuten kommen ließ. Nun war es Djokovic, der sich sichtlich wohler fühlte und zudem seine große Erfahrung ausspielen konnte. Spätestens mit dem 0:4 war dem jungen Griechen der Durchgang entglitten.

Im Halbfinale gegen "Sascha" hatte er ebenfalls die ersten beiden Sätze gewonnen und die zwei darauffolgenden verloren - nur um im fünften Durchgang wieder eine Schippe draufzulegen und zu siegen. Gegen den Routinier und Dauer-Grand-Slam-Finalisten war diese Aufgabe unlängst schwerer. Letztendlich hing die Hürde für den zwei Sätze lang dominierenden Tsitsipas (noch) zu hoch. Mit dem Break zum 2:1 hatte "Nole" die Fronten weitestgehend geklärt - zumal die Ermüdungserscheinungen seines Gegners von Punkt zu Punkt sichtbarer wurden. Umso beeindruckender, wie Tsitsipas mit einer Mega-Rückhand den ersten Matchball noch abwehren konnte. Zu mehr sollte es dann aber nicht mehr reichen ...

Der zweite French-Open-Titel nach 2016 ist für Novak Djokovic ein Meilenstein, weil er in Nadals Wohnzimmer triumphierte und zudem das glatt verlorene Endspiel aus dem vergangenen Oktober gegen "Rafa" vergessen machen konnte. Ein Champion bleibt ein Champion - und Tsitsipas hat gezeigt, dass er in absehbarer Zeit ebenso einer werden kann.

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(Bild © IMAGO / Shutterstock)

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Dennis Ebbecke
am 13.06.2021 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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