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"Bin der glücklichste Mensch der Welt" - Nole überrascht nach der Niederlage

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13.09.2021|08:20 Uhr|von Ronald Tenbusch
"Bin der glücklichste Mensch der Welt" - Nole überrascht nach der Niederlage

In New York war alles angerichtet, um die Tennis-Geschichtsbücher umzuschreiben. Doch Novak Djokovic ging ausgerechnet im letzten Kapitel die Tinte aus. Im Finale der US Open unterlag der Weltranglistenerste Daniil Medvedev glatt in drei Sätzen mit 4:6, 4:6, 4:6 und verpasste damit den ersten Kalender-Slam seit Rod Laver 1969. Es war fast, als stünde der Serbe, der Tennis-Übermensch der vergangenen fünf Jahre, neben sich.

"Alles kam für mich hier zusammen, und ich habe all die Emotionen, die ich durchgemacht habe, irgendwie angesammelt. Natürlich hat mir heute ein weiterer Slam-Titel gefehlt, aber ich muss stolz auf alles sein, was mein Team und ich erreicht haben", sagte Djokovic bei der Siegerehrung. Wie sehr der 34-Jährige mit seinen Emotionen, dem Druck und den eigenen Erwartungen zu kämpfen hatte, zeigte sich schon während des Matches. Beim letzten Seitenwechsels weinte der Serbe in sein Handtuch, völlig übermannt von der Situation, der drohenden Niederlage und von der Reaktion des Publikums, wie er anschließend beschrieb.

"Natürlich ist ein Teil von mir sehr traurig. Diese Niederlage ist schwer zu schlucken, wenn man bedenkt, was alles auf dem Spiel stand", sagte "Nole". "Aber ich möchte sagen, dass heute Abend, auch wenn ich das Match nicht gewonnen habe, mein Herz mit Freude erfüllt ist und ich der glücklichste Mensch der Welt bin, weil ihr mir das Gefühl gegeben habt, etwas ganz Besonderes zu sein", so der 20-malige Grand-Slam-Sieger zum Publikum. "Ihr habt meine Seele berührt. Ich habe mich in New York noch nie so gefühlt. Vielen Dank für die Unterstützung und alles, was ihr heute Abend für mich getan habt. Ich liebe euch und wir sehen uns bald wieder."

Medvedev: "Für mich bist du der größte Tennisspieler der Geschichte"

Doch nicht nur zu seiner eigenen Person und Situation fand Djokovic die passenden Worte. Auch für Final-Triumphator Medvedev fand er anerkennende Sätze: "Volle Anerkennung für seine Mentalität, seine Herangehensweise, sein Spiel, alles. Er war auf jeden Fall der bessere Spieler und hat den Sieg verdient, daran besteht kein Zweifel", sagte Djokovic fair: "Aber das ist Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Es ist ein harter Verlust, ein sehr harter Verlust. Aber gleichzeitig freue ich mich für ihn, weil er ein netter Kerl ist und es verdient hat. Das hat er wirklich."

Medvedev, der in New York seinen ersten Grand-Slam-Titel feiern konnte und damit in die Fußstapfen russischer Legenden wie Jewgeni Kafelnikow und Marat Safin tritt, war gleichermaßen glücklich und peinlich berührt: "Zuallererst möchte ich mich bei euch Fans und bei Novak entschuldigen. Wir alle wissen, was er heute vorhatte", sagte Medvedev bei der Siegerehrung, um dann vollends in den "Djoker"-Fanclub einzutreten: "Ich habe das noch nie jemandem gesagt, aber ich werde es jetzt sagen. Für mich bist du der größte Tennisspieler der Geschichte."

Aufhören oder weitermachen? Djokovic äußert sich zu seiner Karriereplanung

Auch wenn der 25-Jährige im Endspiel so locker und unbekümmert wirkte, hatte er innerlich ebenfalls mit großem Druck zu kämpfen - vor allem als es darum ging, das Match auszuservieren. "Es war definitiv hart. Ich kann es nicht anders sagen. Ich wusste, dass das Einzige, was ich tun kann, ist, mich zu konzentrieren," so Medvedev. "Man weiß nie, was passieren würde, wenn es 5:5 wäre, wenn ich anfangen würde, verrückt zu werden oder was auch immer. Das ist nicht passiert, also können wir wieder nicht darüber reden. Ich wusste, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren musste, auf das, was ich tun musste, um das Match zu gewinnen."

Das gelang ihm. Und was zum bislang größten Erfolg seiner Karriere wurde, war gleichbedeutend mit der größten Niederlage seines Kontrahenten. Djokovic ließ auch im fortgeschrittenen Tennis-Alter aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass er diesen Rückschlag verkraften und einen neuen Angriff auf Titel starten wird.

"Im Tennis lernt man sehr schnell, wie man die nächste Seite aufschlägt. Sehr bald gibt es weitere Herausforderungen, weitere Dinge, die auf uns zukommen. Ich habe gelernt, diese harten Niederlagen in den Endspielen der Slams zu überwinden, die am meisten schmerzen", sagte er und fügte an: "Ich liebe diesen Sport immer noch und fühle mich auf dem Platz immer noch gut. Solange die Motivation und das Fieber da sind, werde ich weitermachen."

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(Bild (c)IMAGO / Paul Zimmer)

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Ronald Tenbusch
am 13.09.2021 gepostet von:
Ronald Tenbusch
Redakteur
Wackelige Schläge auf dem Court, punktgenaue Texte im Web. Holte sich bei einem Schüttler-Match in Melbourne den Sonnenbrand seines Lebens. Hat dank des Sportjournalismus die Welt gesehen. Vermisst Tommy Haas' einhändige Rückhand.

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