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FINALE! Alexander Zverev ringt Djokovic nieder

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20.11.2021|23:40 Uhr|von Adrian Rehling
FINALE! Alexander Zverev ringt Djokovic nieder

Was für ein Match! Um genau 21 Minuten vor Mitternacht war es geschehen: Alexander Zverev riss die Arme in die Höhe! Nach einem spektakulären Schlagabtausch hatte er soeben den Halbfinal-Krimi bei den ATP Finals gegen Novak Djokovic mit 7:6, 4:6, 6:3 für sich entschieden.

Bereits vor dem Match zeigten die beiden Protagonisten einen herrlichen Moment, als sie sich beim Warmspielen begegneten. Zverev wollte seinem Gegenüber die Hand geben, der zog erst witzelnd weg, um dann lediglich die Faust zu entgegnen. Natürlich auch nur ein Spaß, denn Zverev und Djokovic verstehen sich bestens.

Mit der Freundschaft war dann aber für die kommenden drei Sätze Schluss. Der erste Durchgang dauerte dann genau eine Stunde - 60 Minuten mit Tennis der allerfeinsten Art. Dabei ging es anfangs schnell, denn bis zum 3:2 war nur eine Viertelstunde absolviert, bis zum 5:4 eine halbe Stunde. Bis hierhin zeigten beide Akteure beim Aufschlag überhaupt keine Schwäche. Ein Beweis: 80 (!) Prozent der ersten Aufschläge konnten nicht erfolgreich returniert werden.

Ab diesem Zeitpunkt wurde es spektakulär. Den Auftakt machte Deutschlands Nummer eins. Zverev hatte den "Djoker" in die Ecke gedrängt, war auf dem Weg zur vermeintlich punktbringenden Rückhand dann leicht ins Stolpern geraten - spielte sie aber dennoch mit perfektem Winkel. Djokovic versuchte mit einer "Spiderman-Abwehr" zu kontern, doch "Sascha" machte sich lang und vollendete mit einem butterweichen Cross-Volley. Der Ballwechsel danach endete in Standing Ovation! Zverev machte erneut Druck, doch Djokovic schlug mit perfekter Abwehrarbeit zurück und hatte etwas Glück, dass sein "Abwehr-Lob" auf die Linie tropfte. Der Serbe pushte die Zuschauer - und auch sich selbst.

Auch beim folgenden Punkt war es wieder Djokovic mit dem besseren Ende. Erst spielte er zwei Rückhand-Slice relativ sicher über das Netz, um dann im dritten Anlauf eiskalt mit einer Rückhand-Longline zuzuschlagen. Der erste Breakball der Partie und zugleich auch der erste Satzball. Die Antwort von Zverev? Perfekt, denn der Deutsche packte einen Aufschlagwinner aus und brachte das Spiel noch nach Hause. Kurz darauf war es plötzlich der 24-Jährige selbst, der sich zwei Breakbälle erspielte, da er den Serben mächtig unter Druck setzte. Und die Antwort des Serben? Ebenfalls perfekt, mit einem Aufschlagwinner und einem unfassbaren Rückhand-Dropshot an der T-Linie glich er aus. Djokovic schmunzelte über den letztgenannten Schlag, weil er um seine Zauberei bei dieser Aktion wusste. Wenig später ging es in den Tiebreak - und auch dort ging es mit Weltklasse-Tennis weiter.

Der Tiebreak im Protokoll

0:1 Djokovic mit einem Aufschlagwinner.
1:1 Zverev zwingt Djoker mit starker Rückhand in die Knie.
2:1 Vorhand-Winner von Zverev.
2:2 Djokovic erneut mit Aufschlagwinner.
3:2 Doppelfehler Djokovic. Doppeltes Pech für den Serben. Der Erste um Millimeter an der Linie vorbei, der Zweite dann von der Netzkante ins Aus.
4:2 Zverev mit seinem 14. Winner.
4:3 Diesmal bringt Djokovic den DTB-Profi entscheidend in Bedrängnis.
5:3 Zverev kontert Djokovic-Stop mit schnellen Beinen und feinem Händchen. Und zeigt die Faust.
5:4 Djokovic vollendet nach starkem Aufbau am Netz.
6:4 Zverev vollendet nach starker Rallye mit noch stärkerer Rückhand-Longline. Erster Satzball für den Deutschen nach genau einer Stunde.
7:4 Zverev macht mit starkem Aufschlag die Satzführung perfekt.

Djokovic benötigt eine handvoll Satzbälle für den Ausgleich

Im zweiten Durchgang ging es so los wie im ersten Satz: Rasant. Bis zum 4:3 für Zverev erspielte sich keiner der beiden Superstars einen Breakball oder zwang den jeweiligen Aufschläger über Einstand, sodass gerade einmal 28 Minuten auf der Uhr standen. Ein kurzweiliger Krimi, den die Zuschauer im Pala Alpitour in Turin geboten bekamen.

Beim 4:4 dann die Vorentscheidung im Satz. Beim 30:30 baute Djokovic kontrolliert auf, um letztlich mit einem kraftvollen Smash den ersten Breakball im zweiten Satz herauszuholen. Zverev antwortete - wie schon im ersten Satz - (vorerst) eiskalt: Mit einem Ass durch die Mitte. Doch Djokovic legte nach, peitschte eine Rückhand quer über den Platz direkt auf die Linie. Zverev ließ den Ball checken, musste aber einsehen, dass es den zweiten Breakball für den Serben gab. Und dieses Mal schlug „Nole“ mit einem langen Rückhand-Return direkt vor die Füße des DTB-Profis zu. 

Ein Vorsprung, den sich der "Djoker" nicht mehr nehmen ließ. Allerdings war es noch ein ganze Stück Arbeit, bis das 6:4 perfekt war. Djokovic holte sich beim 40:15 zwei Satzbälle und war beim zweiten Satzball in perfekter Position, schlug die Vorhand allerdings ins Netz. Auch die Satzbälle drei und vier wehrte Zverev ab, beim fünften war es dann aber geschehen - Djokovic holte sich mit einem Ass den Ausgleich. 

Der Weltranglistenzweite wartet im Endspiel

Die Zuschauer rieben sich freudig die Hände, hatten sie doch einen weiteren Satz hochklassiges Tennis gesichert. Alexander Zverev blieb weiter die Ruhe selbst und war gut in der Partie, sodass sich der Deutsche die ersten beiden Breakbälle des finalen Durchgangs erkämpfte. Die erste Chance konnte Djokovic noch abwehren, dann war es allerdings geschehen: Der erste Aufschlagverlust des Serben überhaupt. Dem Weltranglistenersten geriet eine Rückhand zu lang, 3:1 für Zverev.

Die Vorentscheidung? Noch lange nicht. Beim 4:2 für den Deutschen erfightete sich Djokovic seines Zeichens den ersten Breakball des dritten Satzes. Zverev war der Respekt bei seinem 122 km/h langsamen Aufschlag anzumerken, doch Djokovic ließ die große Chance ungenutzt. Zu wenig Risiko beim Rückhand-Return, dann eine leichte Vorhand, die er verzog: 5:2 für Zverev. Die Entscheidung, denn wenig später servierte "Sascha" völlig abgeklärt zum 6:3 aus. 

Im Endspiel wartet am Sonntag der Weltranglistenzweite Daniil Medvedev. "Meddy" zeigte im ersten Einzel des Tages eine brillante Performance, bezwang den Norweger Casper Ruud mit 6:4, 6:2. Im Gruppenspiel besiegte Medvedev den Deutschen denkbar knapp im Tiebreak des dritten Satzes. Zeit für die Revanche?

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(Bild (c) IMAGO / LaPresse)

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Adrian Rehling
am 20.11.2021 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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