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"Neue Normalität": So läutet Zverev seine Ära ein

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21.11.2021|10:00 Uhr|von Dennis Ebbecke
"Neue Normalität": So läutet Zverev seine Ära ein

Zum zweiten Mal nach 2018 steht Alexander Zverev im Endspiel der ATP Finals, es fehlt nur noch ein Schritt zum maximalen Erfolg beim Jahresabschluss. Doch seine vielleicht größte Leistung hat er bereits vollbracht - in Form seines Dreisatzsieges am Samstagabend gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic, den der DTB-Star mit 7:6 (4), 4:6, 6:3 bezwang. Nach diesem besonderen Erlebnis hätte es jeder Zverev zugestanden, wenn Tränen geflossen und emotionale Worte aus ihm herausgesprudelt wären. Die Realität war jedoch eine andere - und das ist ein gutes Zeichen. Vielleicht ist genau das sogar der Startschuss in eine Zverev-Ära.

Wer nach dem packenden Match des Deutschen nicht sofort ins Bett gegangen ist und sich gegen Mitternacht das Sky-Interview mit ihm angeschaut hat, wird diese Entscheidung nicht bereut haben. Zu sehen und zu hören gab es nämlich einen "Sascha", der vor dem Mikrofon ebenso souverän auftrat wie zuvor auf dem Platz. Als er mit dem Lob von Sky-Experte Patrik Kühnen ("Der beste Zverev, den ich je gesehen habe.") konfrontiert wurde, setzte der 24-Jährige mit seiner Antwort ein Zeichen. "Ich hoffe, das wird die neue Normalität, denn das ist das Ziel", erklärte Zverev und ließ mit diesem einen Satz Tennisfans und TV-Reporter gleichermaßen verdutzt zurück.

Das neue Zverev-Selbstverständnis

Dass der Finalist kurz nach einem solch kräftezehrenden Sieg sofort in der Lage war, analytisch über die vergangenen Stunden zu sprechen, war das Eine. Dass er zudem seinen Karriereplan glaubhaft vermitteln konnte, ist das Andere - und zwar nicht etwa von Emotionen geleitet, sondern aus seinem neuen Selbstverständnis heraus. Noch einmal! Zverev hatte unmittelbar davor dem für viele besten Tennisspieler aller Zeiten die Grenzen aufgezeigt.

Dieser Auftritt gepaart mit der Überzeugung einer "neuen Normalität" ist die Kombination, aus der Weltranglistenerste geboren werden. Doch darum geht es aktuell nicht. Es geht darum, dass der Hamburger weiß, was er kann. Und das merkte man ihm gegen den "Djoker" an. Zverev fand immer den richtigen Moment, wann er sich pushen und wann er Ruhe bewahren musste. In einem Match, dass "100 Mal phsysicher" gewesen war, ist es wichtig, sich seine körperlichen und mentalen Kräfte einzuteilen. Diese Zeichen werden auch Zverevs Finalgegner Daniil Medvedev nicht entgangen sein, der sich für seine zuletzt fünf Siege gegen den Deutschen in Folge im Endspiel am Sonntag (17 Uhr/Sky) zunächst einmal nichts kaufen kann.

Selbstbewusst und realistisch zugleich

Trotz des Selbstverständnisses, das der 24-Jährige dieser Tage bei den ATP Finals gezeigt hat, wirkt er nicht überheblich. Seine knappe Niederlage gegen eben Medvedev in der Gruppenphase hat ihm gezeigt, dass es in der absoluten Weltspitze auf Nuancen ankommt. Er ist wohltuend realistisch. So machte der Olympiasieger nach seinem Einzug ins Finals-Endspiel auch keinen Hehl daraus, dass der Kraftakt gegen Djokovic Körner gekostet hat - und dass die Zeit knapp ist, um neue Energie zu tanken. "Der Nachteil ist nicht das späte Spiel. Der Nachteil ist, dass ich gegen Novak Djokovic gespielt habe", analysierte Zverev, der versuchen werde, "so frisch wie möglich" ins Finale zu gehen.

Diese Herausforderungen werden den Deutschen in den kommenden Jahren weiterhin begleiten. Es ist ein Teil dieser "neuen Normalität" für einen Spieler, der das Selbstvertrauen und die Souveränität mitbringt, um 2022 bei den Grand Slams lange dabei zu sein und viele Matches zu bestreiten. Gelingt es ihm im finalen Akt auch noch, seinen Negativ-Lauf gegen Medvedev zu stoppen, wäre das der Startschuss einer neuen Zverev-Ära. Wobei: Eigentlich hat diese ergebnisunabhängig bereits begonnen ...

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(Bild (c) IMAGO / ZUMA Press)

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Dennis Ebbecke
am 21.11.2021 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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