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Carla, Kiki und Co. - Die Rücktritte des Jahres

22.12.2021|13:15 Uhr|von Henrike Maas
Carla, Kiki und Co. - Die Rücktritte des Jahres

Tennis ist für die meisten Profis nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. Doch während man die Leidenschaft für den Sport ein Leben lang ausleben kann, sieht es mit der beruflichen Ausübung (leider) anders aus. So haben auch in diesem Jahr wieder einige Tennis-Asse den Schläger für immer an den Nagel gehängt.

Carla Suárez Navarro

Den emotionalsten Abschied legte dabei Carla Suárez Navarro hin. Die Spanierin war und ist unter ihren Kolleginnen nicht nur mehr als beliebt, sondern hat auch eine der inspirierendsten Leistungen der letzten Jahre gezeigt. Mit einer genauen Vorstellung davon, wie sie ihr letztes Jahr auf der Tour gestalten wollte, bekam die heute 33-Jährige Anfang September 2020 eine schlimme Diagnose. Sie war am Hodgkin-Lymphom, einem bösartiger Tumor des Lymphsystems (Hodgkin-Lymphom), erkrankt. Eine Rückkehr auf die Courts dieser Welt war auf einmal weit weg. Doch Carla Suárez Navarro kämpfte, ging in die Chemotherapie, besiegte den Krebs und stand 2021 zu den French Open wieder auf dem Platz. Denn den gebührenden Abschied von der Tour wollte sie sich nicht von einer Krankheit wegnehmen lassen. So reist die Spanierin nach den French Open noch zu weiteren Turnieren und bestritt als ihr letztes Event die Billie Jean King Cup Finals (vormals Fed Cup).

Mit Carla Suárez Navarro beendet eine Spielerin ihre Karriere, die nicht nur für ihren sympathischen Charakter, sonder besonders auch für ihre fantastische einhändige Rückhand bekannt ist. Die Spanierin gewann im Einzel zwei WTA-Titel (Oeiras 2014, Doha 2016) und an der Seite von Garbine Muguruza drei Doppeltitel (Stanford 2014, Birmingham und Tokio 2015). Sie erreichte insgesamt sieben Mal das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers und stieg bis auf Platz sechs der Weltrangliste auf.

Kiki Bertens

Überraschender als das Karriereende von Carla Suárez Navarro kam das Karriereende von Kiki Bertens. Anfang Juni gab die Niederländerin bekannt, dass die Saison 2021 ihr letztes Jahr auf der Tour sein würde. Als Grund gab Bertens an, dass die positive Balance zwischen der Arbeit, die sie in ihre Karriere stecken müsse, und der Freude, die sie aus dem Leben auf der Tour ziehe, nicht mehr gegeben sei und sie bereit sei, den nächsten Abschnitt ihres Lebens anzugehen. Das letzte Turnier von Bertens waren die Olympischen Spiele in Tokio.

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Im Oktober gab Kiki Bertens bekannt, schwanger zu sein. Die Niederländerin gewann in ihrer Karriere zehn Einzeltitel (Fes 2012, Nürnberg 2016-17, Gstaad 2017, Charleston/Cincinnati/Seoul 2018, St. Petersburg 2019-20, Madrid 2019) und stieg bis auf Platz vier der Weltrangliste auf. Ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis ist das Erreichen des Halbfinals bei den French Open in 2016.

Johanna Konta

Ähnlich überraschend wie der Rücktritt von Bertens, kam der Rücktritt von Johanna Konta. Am ersten Dezember postete die Britin eine mit "Dankbar" betitelte Nachricht auf ihren Social-Media-Kanälen, in der sie das Karriereende verkündete. Ihre letzte Saison, die mit einer Erstrundenniederlage beim WTA-Turnier in Cincinnati endete, war durchwachsen gewesen. Nach einem schwachen Start in die Saison gewann Konta in Nottingham ihren insgesamt vierten Einzeltitel. Wenig später konnte sie in Wimbledon nicht antreten, weil sie als Kontaktperson eines Coronafalles in Quarantäne musste. Danach spielte die ehemalige Nummer 4 der Welt nur noch in Montreal und eben Cincinnati, ehe das Karriereende kam. Inzwischen ist die 30-Jährige verheiratet und startet in den nächsten Abschnitt ihres Lebens.

Neben den vier WTA-Titeln im Einzel (Stanford 2016, Sydney und Miami 2017, Nottingham 2021) sind ihre besten Ergebnisse drei Halbfinaleinzüge bei Grand Slams (Australian Open, Wimbledon und Roland Garros).

Barbora Strycova

Auch Barbora Strycova beendete ihre Karriere in diesem Jahr. Im Mai gab die quierlige Tschechin ihren Rücktritt bekannt. Während sie im Einzel "nur" eine solide Spielerin mit zwei WTA-Titeln und einem Career High von 16 war, konnte Strycova im Doppel richtig glänzen. Nummer eins der Welt, Wimbledon-Siegerin und mit am Ende 31 Titeln eine der Dauergewinnerinnen auf der Tour. Auch richtig erfolgreich war Strycova im Fed Cup. Als Teil einer goldenen Generation tschechischer Tennisspielerinnen gewann sie sechs Mal den Titel und holte zudem bei den Olympischen Spielen in Rio Bronze im Doppel. Inzwischen ist Barbora Strycova Mutter geworden, hofft aber darauf, für ein Abschiedsmatch noch mal auf die Tour zurückkommen zu können.

Weitere Spielerinnen, die 2021 ihre Karriere beendet haben sind u.a. Nicole Gibbs, Greta Arn, Vania King, Timea Bacsinszky, Yaroslava Shvedova, Abigail Spears, Bojana Jovanovski und Alla Kudryavtseva.

Horia Tecau

Auch auf Seite der Herren haben in diesem Jahr ein paar Spieler der ATP-Tour für immer den Rücken gekehrt. Einer von ihnen ist Horia Tecau. Der Rumäne, der in dieser Saison an der Seite von Kevin Krawietz spielte und das Turnier in Halle gewann, spielte bei den ATP-Finals sein letztes Turnier. Die ehemalige Nummer 2 der Doppelkonkurrenz gewann insgesamt 38 Titel mit verschiedenen Partnern, darunter Wimbledon (2015), die US Open (2017) und die ATP Finals (2015). Im Mixed gewann er 2012 die Australian Open.

Jürgen Melzer

Ebenfalls in diesem Jahr beendete der Österreicher Jürgen Melzer seine Karriere. Es war der endgültige Schlussstrich für den 40-Jährigen, der bereits 2018 mit dem Einzel aufgehört hatte, aber im Doppel noch weiter antrat. Sein letztes Match spielte Melzer beim ATP-Turnier in Wien. An der Seite von Alexander Zverev verlor er zum Auftakt gegen Filip Polasek und John Peers. Es war das Ende einer großartigen Einzel- und Doppelkarriere. Im Einzel erreichte Melzer ein Career High von Platz acht und gewann fünf Titel. Zudem zog er 2010 ins Halbfinale der French Open ein. Im Doppel kam der Österreicher bis auf Rang 6 und gewann insgesamt 17 Titel, darunter Wimbeldon und die US Open. 

Dem Tennis bleibt Jürgen Melzer auch weiter erhalten. Er ist der neue Kapitän des österreichischen Davis-Cup-Teams.

Viktor Troicki

In der zweiten Runde der Wimbledon-Qualifikation war für Viktor Troicki gegen Brandon Nakashima Schluss. Mit der Niederlage gegen den US-Amerikaner endete nicht nur der Rasenklassiker für Troicki, sondern auch seine Karriere. Mit 35 Jahren hat der Serbe nun genug vom professionellen Tennis. Die ehemalige Nummer 12 der Welt gewann in seiner Karrier drei Einzeltitel (Moskau 2010, Sydney 2015-16) und vier Doppeltitel (Bangkok 2010, Sofia 2017). Zudem holt er mit Serbien 2010 den Davis Cup und 2020 den ATP-Cup. 

Martin Klizan

Auch Martin Klizan beendete seine Karriere in Wimbledon. Der 32-Jährige verlor in der ersten Runde der Qualifikation gegen Zdenek Kolar. Klizan stieg in seiner Karriere bis auf Platz 24 der Weltrangliste auf. Sechs Einzeltitel (St. Petersburg 2012, München 2014, Casablanca 2015, Hamburg und Rotterdam 2016, Kitzbühel 2018) und vier Doppeltitel (Umag 2013 u. 2016, Nizza 2014, Rio 2015) konnte der Slowake gewinnen.

Ebenfalls ihre Karriere beendeten zudem James Ward, Paolo Lorenzi und Alexandr Dolgopolov.

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(Bild © IMAGO/GEPA pictures_Walter Luger/Shutterstock_Rob Prange/ZUMA Wire_Rob Prange) 

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Henrike Maas
am 22.12.2021 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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