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Irre Wende! Djokovic darf in Australien bleiben

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10.01.2022|09:05 Uhr|von Björn Walter
Irre Wende! Djokovic darf in Australien bleiben

Die Fans von Novak Djokovic dürfen jubeln, der Rest der Welt reibt sich verwundert die Augen. Die Nummer eins der Welt gewinnt vor Gericht! Heißt: Der „Djoker“ hat mit seinem Einspruch gegen die verweigerte Einreise nach Australien Erfolg. Ob er jetzt tatsächlich an den Australian Open teilnehmen darf, steht aber noch nicht fest.

Ein gewaltiger Teilerfolg ist dem Serben aber bereits sicher. Die australische Regierung hat zugestimmt, die Annullierung des Visums von Djokovic zu widerrufen, erklärte Richter Anthony Kelly. Der Visum-Entzug sei unangemessen gewesen, hieß es. Kelly hatte im ersten Teil der Verhandlung am Montag, in der die Anwälte von Djokovic ihre Sicht der Dinge darlegten, erklärt, er halte das Verhalten der Behörden für unverhältnismäßig. „Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?“, hatte Kelly gesagt.

Teilnahme an Australian Open weiter unsicher für Djokovic

Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar. Die Regierung hatte bereits vor der Verhandlung angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreiseverweigerung weitere Schritte, um Djokovic weiter das Visum zu verweigern. Das bestätigte der Regierungsanwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung.

Die australische Regierung kündigte direkt an, eine erneute Aufhebung des Visums zu prüfen. Heißt: Einwanderungsminister Alex Hawke könnte hierbei seine persönliche Macht ausspielen und das Visum erneut streichen, aus anderen Gründen. Das könnte dann eintreten, wenn Djokovic als Gefahr für die öffentliche Gesundheit angesehen wird, weil er nicht geimpft ist, oder eine Annulierung des Visums im öffentlichen Interesse wäre.

Djokovic gelang trotzdem im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne ein erster wichtiger Sieg. Ob er seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber wirklich verteidigen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zunächst einmal darf Djokovic aber das Abschiebehotel, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte, verlassen und bekommt seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie der Richter Anthony Kelly anordnete.

Einreise-Krimi geht weiter

Der Fall Djokovic sorgte seit Tagen für Wirbel weit über die Tennis-Szene hinaus. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung, auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen, vorlegen. Djokovic wurde in ein Hotel für Ausreisepflichtige gebracht. Der Serbe hatte gegen die Entscheidung Einspruch eingelegt. Laut den Gerichtsdokumenten gab die Seite von Djokovic an, dass dieser am 30. Dezember vom medizinischen Chef des australischen Tennisverbands eine Ausnahmegenehmigung erhalten habe.

Ein positiver Corona-Test aus dem Dezember 2021 sollte ihm doch noch zur Teilnahme an den Australian Open verhelfen. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden sein soll. Es traten jedoch etliche Ungereimtheiten auf. Erstmals war der Ausnahmespieler während seiner heftig kritisierten Adria Tour im Juni 2020 positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Schon vor dem Ärger um die Australien-Einreise war sein Impfstatus monatelang ein Thema für Diskussionen gewesen. Der Branchenprimus hatte daraus ein Geheimnis gemacht und den Status als Privatsache bezeichnet, dieser ist nun aber geklärt. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic in der Befragung durch einen Beamten des australischen Grenzschutzes angegeben habe, „nicht gegen Covid-19 geimpft“ zu sein. 

Wurde Djokovic wieder verhaftet?

Danach soll die Situation eskaliert sein. Laut seinem Vater wurde Novak Djokovic verhaftet. Das berichtet die serbisch-amerikanische Journalistin Ksenija Pavlovic McAteer nach einem Telefonat mit Djokovics Vater. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

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(Bild (c) IMAGO/ Shutterstock / Text mit dpa)

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Björn Walter
am 10.01.2022 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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