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Spektakulär! „Carlitos“ wackelt gegen Landsmann – fällt aber nicht

25.05.2022|20:20 Uhr|von Dennis Ebbecke
Spektakulär! „Carlitos“ wackelt gegen Landsmann – fällt aber nicht

Es gibt nicht wenige Tennisfans, die Carlos Alcaraz vor Turnierbeginn bei den French Open 2022 vorne gesehen haben - ganz weit vorne. Sein Auftritt am Mittwoch im spanischen Duell gegen Albert Ramos-Vinolas lässt jedoch Fragen offen. "Carlitos" mühte sich gegen den bärenstarken Routinier, der zwischenzeitlich an seine physischen Grenzen gehen musste, zu einem 6:1, 6:7 (7), 5:7, 7:6 (2), 6:4. Einerseits hat der Top-Youngster die Herausforderung angenommen und den Härtetest letztendlich bestanden. Andererseits konnte er seinen Lauf der vergangenen Wochen nicht fortsetzen, leistete sich zu viele vermeidbare Fehler. Doch eines darf man nicht vergessen: Dieser Junge ist erst kürzlich 19 Jahre alt geworden! Und insbesondere in den Sätzen vier und fünf lieferte Alcaraz Winner, die nicht von dieser Welt sind ...

Noch in der ersten Runde gegen Juan Ignacio Londero hatte sich der 19-Jährige nichts zu Schulden kommen lassen und nach einer Stunde und 51 Minuten auf dem Court Philippe Chatrier glatt in drei Sätzen gewonnen. Gespenstisch: Alcaraz brauchte damit exakt so lange wie Rafael Nadal einst bei seinem Chatrier-DebütAlcaraz brauchte damit exakt genauso lange wie Rafael Nadal einst bei seinem Chatrier-Debüt. Dadurch bekam die Diskussion, ob "Carlitos" schon zeitnah in "Rafas" Fußstapfen treten kann, noch mehr Nahrung.

Zu viele Alcaraz-Fehler nach Blitzstart

Zunächst setzte das Supertalent seinen Lauf fort: Mit fünf gewonnenen Spielen in Folge konnte er den ersten Satz mit 6:1 für sich entscheiden. Im zweiten Durchgang unterliefen dem Turniersieger von Rio, Miami, Barcelona und Madrid aber insgesamt zu viele Fehler. Der spannende Durchgang musste im Tiebreak entschieden werden, in dem Alcaraz eine erstaunliche Streuung bei seinen Schlägen an den Tag legte. Auch bei den Returns war er hin und wieder zu spät dran. Der routinierte Ramos-Vinolas ließ zwar ein paar Chancen liegen, konnte seinen dritten Satzball dann aber verwerten.

Alleine ein Blick auf die Zeiten machte den Unterschied deutlich: Hatte Alcaraz Satz eins in nur 26 Minuten geholt, dauerte Satz zwei eine Stunde und zwölf Minuten. Jetzt hatte Alcaraz, der in den vergangenen Wochen das Sandplatzgeschehen zum Teil nach Belieben dominierte, eine echte Herausforderung vor sich. Und auch in Durchgang drei tat sich der Youngster gegen seinen zähen Landsmann, für den 2016 das Viertelfinale bisher das höchste der Paris-Gefühle war, schwer. Zwar konnte er sich ein frühes Break Mitte des Satzes zurückholen, wurde aber zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt (5:6) erneut gebreakt.

Krimi-Finish im vierten und fünften Satz

Auch das ist Tennis! Nach dem 6:1-Traumstart wechselte das Momentum zu Ramos-Vinolas, der sich eine 2:1-Satzführung erarbeitete. Der 34-Jährige hatte sich in dieses Match hineingebissen und ließ nicht mehr locker. Zwischenzeitlich hatte er körperlich schwer zu kämpfen, spielte aber immer wieder seine geballte Erfahrung aus - und hatte nach seinem Break zum 5:4 sogar einen Matchball. Aber Alcaraz nahm den Fight an, wehrte den Matchball ab und holte sich das Break cool zurück.

Dieser vierte Satz hatte vor allem kämpferisch auf beiden Seiten alles zu bieten, was das Tennisherz begehrt - auch wenn "Carlitos" seine Fehler nicht gänzlich abstellen konnte, weil er zum Teil zu hektisch agierte. Das zwölfte Spiel avancierte zu einem Krimi, in dem es mehrere Male über Einstand ging. Ramos-Vinolas wehrte drei Satzbälle ab und verdiente sich den Tiebreak somit redlich. Hier war er dem jungen Spanier, der natürlich deutlich mehr Körner hatte, jedoch hoffnungslos unterlegen. Wie es ihm allerdings gelang, zu Beginn des fünften Satzes so zu spielen, als sei nichts gewesen, kann nur er beantworten. Jeder hatte nun mit einem Alcaraz-Durchmarsch gerechnet, jeder wurde eines Besseren belehrt. Die irren Wenden des fünften Satzes in der Chronologie:

1:0 Ramos-Vinolas
2:0 Ramos-Vinolas
3:0 Ramos-Vinolas
3:1 Ramos-Vinolas
3:2 Ramos-Vinolas
3:3
4:3 Alcaraz
4:4
5:4 Alcaraz
6:4 Alcaraz

Dass dieses spanische Duell über viereinhalb Stunden dauern würde, hätte vor dem Match kaum jemand erwartet. "Carlitos" hat den Härtetest bestanden, trifft in Runde drei auf seinen Youngster-Kollegen Sebastian Korda (21 Jahre) oder einen weiteren Tennis-"Oldie": Richard Gasquet (35 Jahre).

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(Bild (c) IMAGO / Eibner)

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Dennis Ebbecke
am 25.05.2022 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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