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4:08-Stunden-Thriller! "Struffi" verpasst Sensation gegen Alcaraz

27.06.2022|19:41 Uhr|von Maximilian Bohne
4:08-Stunden-Thriller! "Struffi" verpasst Sensation gegen Alcaraz

Ein unglaublich starker Auftritt von Jan-Lennard Struff ist nicht belohnt worden. Der Warsteiner kratzte gegen Carlos Alcaraz an der Sensation, musste sich in der ersten Runde von Wimbledon aber schließlich mit 6:4, 5:7, 6:4, 6 (3):7, 4:6 geschlagen geben. 

Struff stürmt und volliert mutig

Hinter Struff liegen schwere Wochen. In Stuttgart feierte er vor einigen Wochen erst den zweiten Sieg des Jahres. Dann setzte es vor Wimbledon noch drei Niederlagen. Zu allem Überfluss sollte es dann direkt gegen Carlos Alcaraz, einen der stärksten Spieler des Jahres, gehen. Doch "Struffi" begeisterte mit einer herausragenden Leistung. Der Deutsche servierte, stürmte, vollierte und prügelte so gut es ging mit Alcaraz mit. 

Dabei erwischte Alcaraz die besseren Startminuten. Struff wirkte in seinem ersten Aufschlagspiel etwas nervös, konnte aber zwei Breakbälle abwehren und damit richtig in der Partie ankommen. Wann immer es ging, stürmte der 32-Jährige (alleine 34 Mal im ersten Durchgang) ans Netz, häufig von Erfolg gekrönt. Alcaraz blieb zwar in Schlagdistanz, konnte das Rebreak aber nicht eintüten. Per Ass durch die Mitte verwandelte Struff zur überraschenden Satzführung. 

Struff bleibt nach Rückschlag fokussiert

Im zweiten Satz kam Alcaraz noch besser in die Partie. Der Spanier, auf Rasen noch ein nahezu unbeschriebenes Blatt, schraubte die Fehler zurück und prügelte immer mehr Winner ins Feld. Einen ersten Satzball für "Carlitos" wehrte Struff noch ab, kurz darauf machte Alcaraz den Satzausgleich aber mit einem krachenden Vorhand-Passierball perfekt. 

Doch auch davon ließ Struff sich nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil. Die aktuelle Nummer 155 der Welt stabilisierte ihren Aufschlag noch weiter und gab im ganzen dritten Durchgang keinen Punkt nach dem ersten Aufschlag ab. Mit einem starken Passierball war es dann schließlich Struff, der das entscheidende Break zum 4:3 schaffte. Per Ass nach außen servierte der Deutsche zum 6:4 durch. Die Sensation war zum Greifen nahe. 

Alcaraz gewinnt Marathon-Durchgang 

Im vierten Satz wurde es dann völlig kurios. Beide Spieler prügelten mehr als 20 Winner, produzierten kaum noch Fehler und rissen das Publikum immer häufiger aus den Sitzen. Alcaraz war dem Break in diesem Satz deutlich näher, doch dem 19-Jährigen wurde einmal mehr die Chancenverwertung zum Verhängnis. Insgesamt blieben ihm fünf Breakbälle liegen, ehe es in den Tiebreak ging. Hier zog Struff auf 2:0 davon und hatte im folgenden Punkt das 3:0 schon vor Augen. Mit einem unglaublichen Ballwechsel, den Alcaraz per einhändigem Rückhand-Zauberschlag abschloss, verkürzte der Spanier aber entscheidend auf 2:1. Es war der Wendepunkt des Shootouts, in dem Alcaraz in der Folge die Kontrolle übernahm. Mit einer weiteren Vorhand-Peitsche an Struff vorbei erzwang der Youngster unter tosendem Applaus des Stadions den fünften Durchgang. 

Die Spannung tanzte nun ihrem Höhepunkt entgegen. Die Zuschauer liebten jede Minute des engen Schlagabtauschs, der tief im fünften Durchgang noch immer keine Entscheidung gefunden hatte. Mit einer der berüchtigten Power-Vorhände war es dann Alcaraz, der das Break im perfekten Augenblick zum 5:4 erzwang. Nach 4:08 Minuten war es dann soweit. Der 19-Jährige verwandelte seinen zweiten Matchball zum spektakulären 4:6, 7:5, 4:6, 7:6 (3), 6:4 und ließ sich vom völlig erschöpften "Struffi" zum Sieg gratulieren. 

Die Zahlen zum unglaublichen Krimi lesen sich schier unglaublich. Struff landete herausragende 62 Winner bei 40 Fehlern (23 Asse). Alcaraz legte mit 73 Winnern bei 39 Fehlern (30 Asse) sogar noch einen drauf. Eine wilde Tennis-Party, die die herausragende Atmosphäre mehr als verdient hatte. 

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(Bild © IMAGO / Hasenkopf)

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Maximilian Bohne
am 27.06.2022 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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