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7-facher Wimbledon-König! Djokovic kühlt wilden Kyrgios ab

10.07.2022|18:11 Uhr|von Björn Walter
7-facher Wimbledon-König! Djokovic kühlt wilden Kyrgios ab

Das Imperium hat zurückgeschlagen! Novak Djokovic bleibt der unangefochtene König von Wimbledon. Seit 2017 ist der „Djoker“ auf dem „heiligen Rasen“ ungeschlagen. Daran konnte auch Nick Kyrgios nichts ändern. Der Australier lieferte zwar eine große Tennis-Show, seine Nerven hatte der Heißsporn in diesem unterhaltsamen Finale ab Satz zwei allerdings nicht mehr im Griff.

So setzte sich am Ende der 35-jährige Serbe mit 4:6, 6:3, 6:4 und 7:6 (3) durch und schrieb erneut Geschichte. Mit nun sieben Wimbledon-Titeln zieht er gleich mit Pete Sampras. Rekord-Champion Roger Federer hat nur noch eine Trophäe mehr und ab sofort einen Grand-Slam-Titel weniger als Djokovic. Es war der 21. Major-Coup für den Titelverteidiger.

Djokovic zieht mit Sampras in Wimbledon gleich

Kyrgios hätte 20 Jahre nach Lleyton Hewitt der erste Australier werden können, der sich an der Church Road in den Annalen verewigt. Zu seinen zwei Siegen ohne Satzverlust gegen den „Djoker“ konnte er am heutigen Sonntag jedoch keinen dritten hinzufügen. Der Start war allerdings vielversprechend.

Denn das große Duell begann anders, als es zu erwarten war. Nicht Final-Debütant Kyrgios agierte nervös, sondern Djokovic. In seinem 32. Major-Endspiel (Rekord) fehlte dem Wahl-Monegassen zunächst die Durchschlagskraft von der Grundlinie, um den Australier aus seiner Komfortzone zu manövrieren. Kyrgios spielte im ersten Satz allerdings auch großartiges Tennis.

Neben vielen freien Punkten über den ersten Aufschlag konnte er auch die längeren Ballwechsel hervorragend mitgehen. Nach dem Break zum 3:1 blieb der 27-Jährige bei sich und machte den Durchgang standesgemäß mit einem Ass zu. Beeindruckend cool!

Kyrgios verliert nach Satz eins die Fassung

Von dieser Coolness war im zweiten Satz nicht mehr viel zu sehen. Nach dem ersten echten Negativerlebnis verlor Kyrgios die Fassung. Dank eines Netzrollers holte sich Djokovic das Break zu Null – das erste überhaupt gegen den Heißsporn. Die Leichtigkeit beim Weltranglisten-40. war weg. Kyrgios begann zu lamentieren, diskutierte mit seiner Box und verstrickte sich in Scharmützel mit dem Publikum. Dennoch geriet der Favorit noch mal in Not. Beim Stand von 5:3 sah sich Djokovic vier Breakbälle gegenüber. Abgewehrt mit Bravour!

Nach dem Satzausgleich musste der Frust bei Kyrgios raus. Weil er sich von Zwischenrufen der Zuschauer gestört fühlte, ließ er seinem Ärger lautstark freien Lauf. Unabhängig davon blieb das spielerische Niveau weiterhin hoch. Kyrgios produzierte zwar deutlich mehr "Unforced Errors" als zu Beginn, weil er nun häufiger die Geduld verlor, hielt aber auch im dritten Satz stark dagegen.

Nach zwei "Tweenern" in Folge und starken Aufschlagspielen auf beiden Seiten brach der australische Vulkan allerdings erneut aus. Kyrgios beschwerte sich bei Schiedsrichter Renaud Lichtenstein über einen störenden Zuschauer: „Es ist derjenige, der den Eindruck macht, als hätte er 700 Drinks intus.“ Die Selbstgespräche und Tiraden gingen weiter, als Djokovic das richtungsweisende Break zum 5:4 gelang. Während der Serbe stoisch ausservierte, applaudierte Kyrgios ironisch in Richtung seiner Box, weil er sich nicht gebührend unterstützt fühlte.

Cooler „Djoker“ stoppt lamentierenden Heißsporn

Es waren insgesamt zu viele Nebensächlichkeiten, die dazu beitrugen, dass sich das „Enfant terrible“ vom Wesentlichen ablenken ließ. Djokovic agierte hingegen wie ein Uhrwerk. Mit großartiger Länge in seinen Grundschlägen, herausragender Konstanz und sehr platzierten Aufschlägen zog er Kyrgios den Zahn. Der setzte nun zu selten den Slice ein, sodass sich der Weltranglistendritte immer besser auf das Spiel seines Gegenübers einstellen konnte.

Im Verlaufe des vierten Satzes beruhigte sich „Crazy Nick“ allerdings wieder – zumindest für Kyrgios-Verhältnisse. Die Selbstgespräche ließen nach, während die positiven Gesten zunahmen. Die Diskussionen mit dem Schiedsrichter wollte er dennoch nicht komplett einstellen. Den Tiebreak hatte er sich aber redlich verdient. Ohne Breakchancen zuzulassen, servierten sich beide Finalisten bockstark durch den Satz. Als es darauf ankam, war Djokovic jedoch erneut zu abgeklärt. Kyrgios fluchte, "Nole" zog bis auf 6:1 davon. Exakt 3:00 Stunden waren gespielt, als Novak Djokovic mit eigenem Aufschlag den Deckel draufmachte.  

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(Bild (c) IMAGO/ Shutterstock)

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Björn Walter
am 10.07.2022 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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